Sojabohnen: Export-Euphorie lässt nach

15. Juni 2020 um 16:12 , Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA konnte der US-Handel recht passable Exportergebnisse nach China in den letzten beiden Wochen erzielen. Auch heute legte Peking mit US-Sojaimporten nach. Aber Brasiliens Real zeigte bereits wieder Schwächetendenzen, was die Wettbewerbsfähigkeit von US-Sojabohnen belasten könnte. Brasiliens Wirtschaft leidet unter extrem hohen Covid19-Neuinfektionen. Das Wiederaufleben neuer Corona-Fälle in China und eine schwächere Erholung der chinesischen Industrieproduktion im Mai haben die Exportaussichten für Sojabohnen wieder etwas verschlechtert.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Nachmittag mit 8,67 USD/Bushel marginal fester als letzten Freitag. Sojaschrot sank um 0,9 %, Sojaöl um 1,7 %. Dem vor dem Wochenende gestiegenen US-Sojamarkt ging im Handelsverlauf die Puste etwas aus. Am letzten Freitagnachmittag gab das USDA den Export von 120.000 mt Sojabohnen an eine unbekannte Destination bekannt. Am Donnerstag exportierten die USA 720.000 mt nach China, wovon 657.000 mt bereits die neue Ernte betrafen. Positiv überraschte der Wochenexport mit 2,2 Mio. mt verkaufter Bohnen, gut 1 Mio. mt für die alte und 1,2 Mio. mt für die neue Ernte, wurde damit der höchste Wochenwert seit Februar 2019 erreicht. Davon entfielen rund 854.000 mt auf China. Zuletzt legte Peking doch noch nach, das USDA meldete einen US-Sojabohnenexport von 390.000 mt für Lieferung 2020-21 nach China. Im Fokus stand zudem der kommende NOPA-Report zur US-Sojaverarbeitung, die vom Handel mit 173,07 Mio. Bushel über dem Vormonat von 171,75 Mio. Bushel erwartet wurde. Die US-Sojaölbestände sollen auf 2,025 Mrd. Pfund gegenüber 2,068 Mrd. Pfund im Vorjahr sinken. In den USA stand auch der Anbaufortschritt bei US-Sojabohnen im Vordergrund, geht der Handel von Fortgang von 95 % aus, im Vergleich zu 86 % letzte Woche.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

292,00

295,00

295,00

Hamburg

290,00

288,00

286,00

288,00

Mainz

301,00

300,00

300,00

302,00

Straubing

319,00

318,00

318,00

320,00

Quelle: Handel

Brasilianischer Real zeigt wieder mehr Schwäche
In den USA berichteten US-Broker, dass Tropensturm Cristobal für gute Bodenfeuchten in den US-Bundesstaaten Missouri, Iowa und Wisconsins gesorgt hatte, was Chicago mit leichten Kursverlusten bei Sojabohnen abstrafte. Positiv entwickelte sich der Markt für US-Schweinefleisch, stiegen die Schlachtungen um 0,6 % zur Vorwoche und übertrafen das Vorjahr um 0,7 %, hieß es von Experten von Allendale Inc. Im Handelsverlauf wurden Sojabohnen aber auch vom nachgebenden brasilianischen Real belastet, was die Wettbewerbsfähigkeit der US-Erzeugnisse beeinträchtigte. Zudem sorgte das Wiederaufleben neuer Corona-Fälle in China mit 57 bestätigten Fällen in Peking für Aufsehen, nachdem Lockdown-Maßnahmen zuletzt stark gelockert wurden. In Westeuropa gab Sojaschrot leicht nach. Tendenz blieb zuletzt eher seitwärts.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

735

Rapsöl FOB Hbg.

835

843

Palmöl CIF Rott. USD

615

602

Sonnenblumenöl USD FOB

795

795

Quelle: Handel

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