FAO: Milchmarkt im Abwärtssog

6. August 2018 um 11:51 , dfv Mediengruppe
Milch @Pixabay
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Die Preise für agrarische Rohstoffe haben auf dem internationalen Parkett deutlich nachgegeben. Vor allem die pflanzlichen Öle, Milch und Zucker müssen im Lebensmittelpreisindex der FAO Federn lassen. Rapsöl hingegen tendiert nach oben.

 Die internationalen Preise für agrarische Rohstoffe haben im Juli 2018 deutlich nachgegeben. Rückgänge wurden bei allen wichtigen gehandelten Gütern registriert, angeführt von Milchprodukten und Zucker. Der Index der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) lag im Durchschnitt bei 168,8 Punkten und damit 3,7 Prozent oder 6,5 Punkte unter dem Wert vom Juni. Dabei handelt es sich um den größten monatlichen Rückgang seit Dezember 2017, berichtete das Nachrichtenportal aiz.info. Im Jahr 2018 war der Index bis Juni stetig gestiegen. Der Lebensmittelpreisindex der FAO basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe.

Pflanzliche Öle auf Zweijahres-Tiefststand

Der FAO-Preisindex für pflanzliche Öle ist im Juli den sechsten Monat in Folge und somit auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken. Demnach gab der FAO-Index um 4,2 Punkte oder 2,9 Prozent auf durchschnittlich 141,9 Punkte gegenüber Juni nach. Der jüngste Rückgang spiegelt hauptsächlich die schwächeren Notierungen von Palm- und Sojaöl wider, erklärte die UN-Organisation. Die internationalen Palmölpreise sind unter dem Einfluss einer schleppenden Exportnachfrage, großer Lagerstände in den führenden Produzentenländern sowie höherer Produktionserwartungen für die kommenden Wochen weiter gesunken. Bei Sojaöl ist der Preisrückgang in erster Linie einem schwächelnden Sojabohnenmarkt sowie anhaltend hoher US-Verarbeitungsraten aufgrund attraktiver Margen geschuldet. Nach oben tendierten hingegen die Werte für Rapsöl - gestützt durch eine verbesserte Nachfrage von Biodieselproduzenten und schlechten Erträgen in der EU.

Hohes Exportangebot lässt Butter- und Käsepreis sinken

Der FAO-Milchpreisindex rutschte im Juli um 14,1 Punkte oder 6,6 Prozent auf 199,1 Punkte gegenüber Juni ab. Damit lag der Index zwar 10,7 Prozent über dem Wert vom Januar 2018, aber immer noch 8 Prozent unter dem entsprechenden Monat des Vorjahres. Der FAO zufolge sind alle Notierungen für die in dem Index berücksichtigten Milchprodukte gesunken. Die größten Rückgänge wurden für Butter und Käse registriert und auch die Preise für Vollmilch- und Magermilchpulver gaben nach. Für den anhaltenden Abwärtsdruck auf den Milchmärkten nennt die UN-Organisation ein umfangreiches Exportangebot sowie gute Produktionsaussichten in Neuseeland als Ursachen. 

 

Verbesserte Produktionsaussichten drücken Zuckerpreis

Nach unten zeigte auch der FAO-Zuckerpreisindex, der im Juli um 10,7 Punkte oder 6 Prozent auf durchschnittlich 166,7 Punkte abfiel. Im Jahresvergleich ist das ein Minus von 20 Prozent. Die FAO führt die starke Abnahme insbesondere auf verbesserte Produktionsaussichten in den wichtigsten zuckerproduzierenden Ländern - vor allem in Indien und Thailand - zurück. Der Rückgang der internationalen Zuckerpreise wurde allerdings sowohl durch verringerte Ernteaussichten in Brasilien, wegen der anhaltenden Dürreperiode als auch durch die verstärkte Verwendung von Zuckerrohr für die Produktion von Ethanol begrenzt. 

Entspannung in Brasilien macht Rindfleisch günstiger

Der FAO-Fleischpreisindex lag im Juli bei 170,7 Punkten und damit 3,3 Punkte oder 1,9 Prozent  unter seinem revidierten Wert vom Juni. Für die Aufwärtskorrektur im Juni war vor allem ein starker Preisanstieg für Rindfleisch aus Brasilien ausschlaggebend, nachdem anhaltende Streiks von Lkw-Fahrern die Exporte blockierten. Im Juli normalisierten sich die Fleischausfuhren aus Brasilien allmählich wieder und der Index gab einige Punkte ab, berichtete die FAO. Generell gingen im Juli die Preisnotierungen für Rindfleisch zurück und auch die Preise für Schweine- und Geflügelfleisch schwächelten.

Gedämpfte Produktionsaussichten helfen dem Weizen

Der FAO-Preisindex für Getreide erreichte im Juli durchschnittlich 160,9 Punkte, das sind 6 Punkte oder 3,6 Prozent weniger gegenüber dem Vormonat. Verglichen mit dem Wert des Vorjahres beträgt das Minus 1,3 Punkte oder 0,8 Prozent. Den Rückgang im Juli führt die FAO auf schwächere Exportnotierungen für Weizen, Mais und Reis zurück. Während die internationalen Weizenpreise in der ersten Monatshälfte im Allgemeinen nach unten zeigten, ließen gedämpfte Produktionsaussichten in der EU und Russland die Exportwerte gegen Ende des Monats wieder ansteigen. 

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