Weizen: Einzelhandelsumsätze weiter in Gefahr
28. Mai 2020 um 12:57 ,
Der AUDITOR
Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Mittag mit 5,07 USD/Bushel um 0,6 % schwächer als gestern. In Paris gab Weizen beim Fronttermin um 1,1 % auf 186,25 EUR/mt nach, blieb am Schwarzmeer bei 203,50 EUR/mt stehen. In den USA sorgten um 2 Prozentpunkte verbesserte Weizenweizen-Bonitierungen sowie eine mit 81 % zügigere Sommerweizen-Aussaat, der Handel hatte nur 70 % Fortgang erwartet, für Kursschwäche in Chicago. Anderseits unterstützte die um 7,3 % niedrigere Weizen-Ernteprognose für den US-Bundessstaat Kansas stabilere Tendenz in den USA. Spekulativ bleibt die Wetter- und Preisentwicklung am Schwarzmeer. Nach Regenfällen, auch in den kritischen „Trockenzonen“ im Osten der Ukraine und in Südrussland, kündigen Meteorologen ergiebige Regenfälle in den zwei Wochen an, was dem Ertrag über höhere Tausendkorngewichte zugutekäme. Die Regierung in Moskau hat jedoch die russische Getreideernte um 5,3 auf 120 Mio. mt gesenkt, verglichen mit 121,2 Mio. mt im Vorjahr. Als Preistreiber galt Analyst IKAR, der die Weizenernte Russlands von 77,2 Mio. mt auf 76,2 Mio. mt gesenkt hatte. In der Ukraine erwartet APK-Inform einen Rückgang der ukrainischen Weizenernte auf 24 bis 25 Mio. mt, gegenüber 28,3 Mio. mt im Vorjahr. Verärgert ist der Handel darüber, dass die Ukraine an staatlich gesetzter Exportbeschränkung von 20,2 Mio. mt Weizen vorbei exportiert, was die Zuverlässigkeit ukrainischer Beschlüsse in Frage stellte.
Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)
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B-Weizen (12/220/76) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Rouen FOB |
189,00 |
-1,00 |
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Creil FOB |
177,00 |
-1,00 |
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Hamburg DDP |
202,00 |
0,00 |
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Westfalen DDP |
199,00 |
0,00 |
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Rheinland DDP |
199,00 |
0,00 |
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Oberrhein FOB |
191,00 |
0,00 |
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Futterweizen (72/73) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Holland CIF |
200,00 |
0,00 |
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Süd-Oldenburg DDP |
202,00 |
1,00 |
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Westfalen DDP |
200,00 |
1,00 |
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Oberrhein FOB |
190,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
HDE warnt starken Einzelhandels-Verlusten
Im Nordosten-Frankreichs, Norden Deutschlands, in Großbritannien und Westpolen blieb es auch im Maiverlauf zu trocken, während östlicher davon mehr Regen niederging. In Westeuropa muss sich der Markt auf niedrigeres Weizenangebot nördlich von Paris und in Norddeutschland einstellen, während im Süden reichliches Angebot zur Verfügung stehen sollte. Der Preisabstand zwischen alter und neuer Weizenernte ist auf 5 EUR/mt geschrumpft. Sorge bereiten weiterhin rückläufige Umsätze beim Handel. Den Verbrauchern sei derzeit die Konsumlust vergangen, konstatierte Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). Entsprechend soll der Handel bei mittlerem Szenario 2020 gegenüber Vorjahr mindestens 40 Mrd. Euro an Umsatz verlieren, was 10 bis 15 % des gesamten Einzelhandelsumsatzes entsprechen und den stationären Handel in Existenznöte bringen würde. Allerdings hofft die Branche auf eine Entspannung der Lage und weitere Lockerungen beim Lockdown vor dem Sommer.