Weizen: Mit "Corona-Cent" versuchen Bäckereien Zusatzkosten aufzufangen

8. Juni 2020 um 13:48 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Weizenmärkte starteten leicht schwächer in die neue Woche. Gewinnmitnahmen an den Terminbörsen und Regenwetter am Schwarzmeer und Teilen Westeuropas waren Gründe hierfür. Die US-Weizenernte dürfte wegen gutem Erntewetter deutlich weiter fortgeschritten sein. Mit Blick auf neue Ernte finden Verkäufer und Käufer preislich noch nicht zueinander. Über einen „Corona-Cent“ beteiligt die Kaiserslauterner Bäckerei Barbarossa in Rheinland-Pfalz die Verbraucher an gestiegene Zusatzkosten zum Schutz der Verbraucher.

Dabei notierte US-Weizen in Chicago am Vormittag mit 515,50 USD/Bushel um 2,2 % schwächer als letzten Freitag. In Paris sank Weizen beim Fronttermin um 0,7 % auf 186,25 EUR/mt, am Schwarzmeer um 0,9 % auf 207,00 EUR/mt. Laut US-Handel setzten Gewinnmitnahmen die Kurse unter Druck. Der US-Weizenmarkt stieg nach einem Wochenende mit heißen Temperaturen und kaum Niederschlag im Midwest wieder an, hieß es vom Handel, obwohl das gute Wetter die US-Winterweizenernte in Texas und Oklahoma beschleunigt haben dürfte, die letzte Woche US-weit 3 % Fortgang zeigte und inzwischen 25 % Fortschritt erreicht haben dürfte. Jedoch blieb es in westlichen Great Plains zu trocken. Auch unterstützten ein schwächerer US-Dollarkurs und das gute Exportergebnis bei US-Weizen den Markt. Die Exportverladungen erreichten 752.800 mt, das war der drittgrößte Wochenexport in der abgelaufenen Saison der USA. Die Ernteaussichten für Russland und die Ukraine hätten sich nach wiederholten Regenfällen am Schwarzmeer etwas verbessert, meinten US-Broker. Für Westeuropa sah der US-Handel keine wesentlichen Verbesserungen für die Weizenernte, wobei in Teilen Frankreichs, Deutschlands und besonders Polen teils kräftige Regenfälle niedergingen und nächsten Wochenende mehr Niederschlag erwartet wird.

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

187,00

-1,00

Creil FOB

176,00

-1,00

Hamburg DDP

198,00

0,00

Westfalen DDP

199,00

0,00

Rheinland DDP

199,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

0,00

Westfalen DDP

200,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

Bäckereien bleiben auf Corona-bedingten Mehrkosten oft sitzen
Am französischen Kassamarkt gab Weizen um 2 EUR/mt nach. Die Bonitierung für französische Weizenbestände blieb laut FranceAgrimer unverändert bei 54 % gut bis exzellente Pflanzen, dem schlechtesten Wert seit neun Jahren. Am deutschen Kassamarkt steht die neue Ernte im Fokus. Verkäufer und Käufer finden preislich noch nicht zueinander. Der Handel erwartet 7 bis 8 EUR/mt Preisrückgang zum Juni-Preis, dafür gibt es wohl kaum Ware. Mühlen und Backwarenherstellern ist dieses Niveau wegen unsicherer Konjunkturentwicklung zu hoch. Auf geteiltes Echo stieß die Aktion „Corona-Cent“ der Kaiserslauterner Bäckerei Barbarossa mit 85 Filialen in Rheinland-Pfalz bei Verbrauchern, die für erhebliche Mehrkosten bei Desinfektionsmitteln, zusätzlichen Hochständern und vieles mehr, drei Corona-Cent auf den Verkaufspreis aufschlugen. Von empört bis sehr viel Verständnis reicht die Skala der Verbraucherreaktionen, hieß es von der Geschäftsleitung. Dass Kunden teils nur wenig Verständnis für Corona-bedingte Zusatzgebühren zeigen, macht auch das Beispiel der Bäckerei Nobis Printen aus Aachen deutlich, die von ihrer Reinigungsgebühr für die Desinfektion der Cafétische wieder abgerückt ist.

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