Weizen: Ägypten startet neue Weizenausschreibung

6. August 2019 um 10:29 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

FRANKFURT. In den USA konnte sich Weizen leicht befestigen, in Westeuropa tendierte Weizen schwächer.

Dabei holte der Fronttermin für US-Weizen heute Morgen in Chicago um 15 Cent auf 4,95 US-Dollar je Bushel auf. Laut Nass Crop Progress Report waren bis 7. August 82 % der US-Winterweizenernte gedroschen, damit bestand ein Rückstand von 10 % zum Vorjahr. Die US-Sommerweizenernte lag mit 2 % Fortgang um 12 % unter dem Vorjahr, 73 % der Bestände wurden mit gut-exzellent bewertet. Die Exportinspektion per 1. August ergab ein Exportvolumen von 395.136 mt, gut 4,5 % niedriger als in der Vorwoche, aber 20,8 % höher als im Vorjahr. Der Grund für etwas festere Preistendenz soll mit den Erntebedingungen in den nördlichen Great Plains zusammenhängen, wo sich die Ernte wegen unbeständigen Wetters etwas herauszögert. Die Eskalation im Handelsstreit mit China rückte wieder etwas aus dem Schussfeld, als laut Nachrichtendienst Reuters aus chinesischen Regierungskreisen bekannt wurde, dass bestellte US-Sojabohnen nicht storniert würden. Auch rechnet der US-Handel damit, dass Brasiliens Importbedarf bei Weizen höher als im Vorjahr ausfallen wird, auch die USA nebst Argentinien von Exporten dorthin profitieren. Argentiniens Weizenaussaat war nahezu beendet, das Flächenareal wuchs um 10 % auf 6,6 Mio. Hektar. Die Bestände wurden mit 52 % gut-exzellenter Pflanzen um 7 % besser bewertet als im Vorjahr.

In Westeuropa fehlt der Weizenexport. Brüssel exportierte bis 31. Juli nur 761.596 mt Weichweizen im Vergleich zu 975.492 mt im Vorjahr, ein Rückgang von 22 %. Die gute französische Weizenernte von über 39 Mio. mt, gut 5 Mio. mt höher als im Vorjahr, sorgt für Erntedruck. Die GASC in Ägypten hat eine neue Weizenausschreibung bekanntgegeben, die heute Nachmittag geschlossen werden soll. Nach Einschätzung des Handels könnten Russland, Ukraine und Rumänien Teilzuschläge erhalten. In Frankreich gab Weizen FOB Rouen 0,50 bis 1 EUR/mt nach, FOB Mosel wird französischer Mahlweizen zu 163 EUR/mt angeboten.

In Norddeutschland war die Weizenernte gut zur Hälfte abgeschlossen. Dabei unterbrechen wiederholt Regenschauer die Ernte. Die Erträge für B- und Weizen sollen im Raum südlich von Hamburg besser als im Vorjahr ausfallen. Hektolitergewichte und Rohproteingehalte liegen laut Handel im grünen Bereich. Dabei soll norddeutscher Mahlweizen zu Preisen um 172-173 EUR/mt FRANKO Mühlen angeboten werden. Süddeutscher Weizen liegt laut Handel unverändert bei 168-169 EUR je mt FRANKO Oberrhein und 171-173 EUR je mt Niederrhein. Futterweizen wurde zuletzt um 167 EUR/mt FRANKO Niederrhein, gut 173 EUR/mt Südoldenburg und 165 EUR/mt FOB Oberrhein gehandelt.  Für Preisdruck bei Futterweizen sorgen in Norddeutschland baltische Offerten aus Litauen. Dabei soll baltischer Futterweizen um 152 EUR ab Station Vilnius und polnische Ursprünge um 157 EUR je mt ab Station Slaski und Zachodni gehandelt werden. Mühlen sind bisher mit Käufen kaum am Markt. Dabei deckt eher die Kraftfutterindustrie ihren vorderen Bedarf, hieß es vom Handel.

Der gefallene russische Rubel soll die Wettbewerbsfähigkeit von russischen Weizen verbessern. Laut SovEcon lag der Weizenpreis mit 12,5 % Protein bei 173,69 bis 176,39 EUR/mt FOB Novorossiysk. In der Ukraine wird Futterweizen zu Preisen um 157,49 EUR je mt CPT angeboten. Die ukrainische Weizenernte war gestern zu 94 % gedroschen und soll laut AKP-Inform 27,5 Mio. mt erreichen, gut 11 % höher als im Vorjahr.

 

Weizen-Kassamarkt (Fronttermin)

B-Weizen (12/220/76), FOB, DAP  *12,5 RP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

167,50

-0,50

La Pallice

167,00

0,00

Creil

163,00

-1,00

Hamburg

172,50

-2,00

Westfalen

173,00

0,00

Rheinland

172,00

0,00

Oberrhein

168,00

0,00

Dresden

-

-

Russland*

-

-

Ukraine

157,49

0,00

Argentinien

-

-

 

EU-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

EU-Weizenernte (1.000 mt) o. Durum

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

38.100

34.010

Deutschland

24.704

20.264

VK

15.436

14.086

Polen

10.942

9.615

Rumänien

7.800

8.404

EU-28

143.086

129.703

 

Welt-Weizenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Weizenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

51.800

51.300

Kanada

33.900

31.800

Argentinien

20.000

19.500

Australien

21.200

17.300

China

132.000

131.400

Indien

101.200

99.900

Russland

75.000

71.700

Ukraine

28.000

25.100

Kasachstan

13.800

13.900

EU-28

151.500

139.000

Welt

780.800

731.700

 
Quelle: USDA, EU-Kommission u.a.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Geringe Verfügbarkeit sorgt im chinesischen Markt für eingeschränkte Handelsaktivität. In der Ukraine ist Anbaufläche deutlich kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Die EU-Importe sind 2025/2026 um 20% zurückgegangen.
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Während der Sommermonate verläuft der Handel im chinesischen Markt üblicherweise etwas zäher. Die neue Ernte soll die Marktlage entspannen. Ukrainische Bauern haben ihr Aussaatziel übertroffen.
Bio-Rohstoffe
11.06.2026
ASUNCIÓN/SUCRE. In Paraguay steht der neuen Ernte die kritischste Zeit des Jahres bevor. Noch erlauben die Wetteraussichten einen zuversichtlichen Ausblick. Boliviens Handel wird durch Straßenblockaden beeinträchtigt.
Getreide
27.05.2026
KYJIW/DALIAN. Die Hirseaussaat in der Ukraine liegt weit hinter den Erwartungen zurück. In China gleichen sich Angebot und Nachfrage aus. Die EU-Importe sind um 16% zurückgegangen.