Sonnenblumenkerne: Was der Handel erwartet

7. Juli 2020 um 07:29 , Der AUDITOR
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PARIS. Markt- und Preistrends am Morgen mit ersten Einschätzungen des Handels. Mit Handelsinformationen zur Lage am Schwarzmeer.

Die Prognosen zur Sonnenblumenernte 2020-21 am Schwarzmeer nähern sich der Marke von 32 Mio. mt, davon ging zumindest der Großhandel zuletzt aus. Die Anbaufläche Russlands ist danach um 100.000 ha auf 8,5 Mio. ha und in der Ukraine um 200.000 ha auf 6,6 Mio. ha gestiegen. Argentinien weitete den Anbau um 300.000 ha auf 1,9 Mio. ha aus. Bleiben die Wetterbedingungen gut, wird es am Schwarzmeer eine Rekordernte geben. Auch in der EU-27 steuern Länder wie Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Spanien und Frankreich auf gute Ernten zu. Laut Handel wirken sich die Prognosen bereits auf die Preisbildung bei Sonnenblumenöl aus. Dabei sind laut Handel die Verträge aus der alten Ernte weitgehend erfüllt, die Nachfrage lässt nach und dürfte sich bald auch auf niedrigere Preise für Sonnenblumenkerne niederschlagen, dies gilt zumindest für Ölsorten. Rumänische Sonnenblumenkerne (Ölsorten) aus der kommenden Ernte sollen laut Handel mit 340 USD/mt bzw. 302,40 EUR/mt CPT Constanta um 70 bis 80 USD/mt günstiger als aus der alten Ernte angeboten werden.

Welt-Sonnenblumenkernernte in Mio. mt

 

Länder

2019/20

2020/21

Saldo

Russland

15,30

15,50

1,31

Ukraine

16,50

17,00

3,03

Argentinien

3,30

4,00

21,21

EU-27

9,36

9,55

2,03

Welt

55,00

56,80

3,27

Quelle: Handel, Agrarministerien

 

EU-27-Sonnenblumenkernernte in Mio. mt

 

EU-Länder

2019/20

2020/21

Saldo

Rumänien

2,59

2,95

13,90

Bulgarien

1,82

1,92

5,49

Ungarn

1,70

1,78

4,71

Frankreich

1,30

1,59

22,31

Spanien

0,79

0,86

8,86

Italien

0,24

0,25

4,17

EU-27

9,36

9,55

2,03

Quelle: Handel, Agrarministerien

Exportpolitik Russlands treibt Preis
Die Preise für alte Ernte hielten sich dagegen sehr stabil. Französische Sonnenblumenkerne (Ölsorten) sind seit dem Jahrestiefstpreis am 17. März von 310 wieder auf 350 EUR/mt fob Bordeaux gestiegen. Bulgarische Kerne wurden zuletzt um 346 EUR/mt EXW angeboten. Ukrainische Kerne lagen bei 366 EUR/mt CPT Odessa. Grund für den festen Markt ist die Exportpolitik Russlands, wonach Exporte von Sonnenblumenkernen aus dem Raum der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) bis Ende August nur bei Vorlage von Ausfuhrgenehmigungen möglich sind. Über geringeren Export von Sonnenblumenkernen soll laut Statistikbehörde Rosstat die Auslastung russischer Ölmühlen, die unter 80 % liegen soll, erhöht werden. Russland will Verarbeitungsprodukte exportieren und nicht unverarbeitete Rohware. Dass die Preise für Sonnenblumenöl nach festerem Verlauf zuletzt wieder nachgaben, hing zuletzt mit niedrigeren Exportpreisen in der Ukraine zusammen, weil die Griwna in den letzten zwei Wochen um 2,2 % gegenüber dem Eurokurs einbrach.

Sonnenblumenkerne-Ölware (44/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

350,00

0,00

St. Nazaire FOB

350,00

0,00

EXW Bulgarien

346,00

0,00

CPT Odessa

363,00

-3,00

Quelle: Handel 

 

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