Sojabohnen: WASDE-Report könnte Pandemie-Korrekturen enthalten

9. April 2020 um 15:45 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Sojabohnenmärkte präsentierten sich vor Veröffentlichung des WASDE-Reports am Abend eher zurückhaltend und vorsichtig. Wegen der starken Verbreitung des Corona-Virus könnte der Bericht wesentliche Bestandskorrekturen enthalten. Der Wochenexport blieb eher unter den Erwartungen des Handels.

Sojabohnen notierten in Chicago mit 8,56 USD/Bushel nahezu auf Vortagesniveau. US-Sojaschrot tendierte jedoch am Mittag um 0,6 % schwächer, auch Sojaöl gab in Chicago nach vorheriger Kurserholung um 0,7 % wieder nach. Der Wochenexport bei US-Sojabohnen lag mit 523.500 mt um 45 % unter der Vorwoche und 25 % niedriger als im Vierwochendurchschnitt. Davon entfielen auch nur 143.500 mt auf China. Der US-Sojaschrotexport überstieg jedoch mit 193.000 mt um 55 % das Vorwochenergebnis. In den USA blieb die Freigabe von 500.000 mt Sojabohnen aus Beständen der staatlich geführten Sinograin ein wichtiges Thema, hoffte der US-Handel zunächst auf höhere Sojanachfrage aus China. Wie sich herausstellte, diente die Freigabe nur zur Überbrückung südamerikanischer Lieferungen, vorwiegend aus Brasilien. Bekanntlich exportierte Brasilien im März mit 11,64 Mio. mt gut 28 % mehr Sojabohnen als im gleichen Vorjahreszeitraum, als das Ergebnis bei 9,09 Mio. mt lag. Laut US-Handel waren die Sojabohnenbestände Chinas per 27. März bei der Verarbeitungsindustrie um 29,4 % auf 2,5 Mio. mt eingebrochen, was die Sojakurse an der Dalian Commodity Exchange auf über 4.800 Yuan trieb. Die USA hatten im Februar nur 2,76 Mio. mt Sojabohnen exportiert, was den niedrigsten Wert in einem Februar seit 2009 darstellte. Laut US-Handel importierte China von September bis März mit 47 Mio. mt mehr Sojabohnen als im Vorjahr, wovon US-Exporteure wenig profitierten. Heute Abend steht der WASDE-Report im Fokus, der folglich um 5 Mio. Bushel höhere US-Sojabohnenbestände zeigen könnte.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

305,00

301,00

Hamburg

344,00

332,00

306,00

300,00

Mainz

368,00

346,00

313,00

309,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

WASDE-Report könnte Korrekturen wegen Corona-Pandemie enthalten
Vor dem Hintergrund der starken Verbreitung des Corona-Virus erwartet der Handel eher besorgt die Ergebnisse im WASDE-Report, könnten Quarantänen, Lieferverzögerungen oder auch Lieferausfälle negativen Einfluss auf Bestandsentwicklungen haben. Dennoch dürfte der WASDE-Report auch bullishe Signale für den Sojamarkt enthalten. Denn im Vorgriff auf den WASDE-Report präsentierten die Getreidebörsen Argentiniens und andere niedrigere Ergebnisse für die südamerikanischen Sojaernten. Die Buenos Aires Exchange blieb mit 49,5 Mio. mt um 2,5 Mio. mt unter der Schätzung von März. INTL FCStone reduzierte seine Schätzung zur Sojaernte auf nur 120,1 Mio. mt, gut 3 Mio. mt unter dem Ergebnis im WASDE-Report von März.


Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

710

Rapsöl FOB Hbg.

802

793

Palmöl CIF Rott. USD

625

615

Sonnenblumenöl USD FOB

740

730

Quelle: Handel

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