Sojabohnen: Vage Exportchancen nach China

19. Mai 2020 um 16:35 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt ruderte leicht zurück. Die US-Exportinspektion bei Soja blieb weit unter den Erwartungen zurück. Auch scheint sich China weit in die Sommermonate mit preiswerten brasilianischen Sojabohnen eingedeckt zu haben. Kurs-Unterstützung kam diesmal aber von Pflanzenölen. Indonesiens Regierung erhöht die Biodieselabgabe.

US-Sojabohnen geriet in Chicago am Nachmittag mit knapp 8,47 USD/Bushel wieder leicht in den Abwärtstrend. Sojaschrot sank um 0,9 %, Sojaöl stieg um 1,8 %. In den USA standen Exportkontrolle und Crop Progress Report im Fokus. Die US-Sojaaussaat war zu 53 % abgeschlossen, mit 37 Prozentpunkten Vorsprung zum Vorjahr und von fünfzehn zum Fünf-Jahresmittel. Dabei rechnet der US-Handel mit Anbauverschiebungen zugunsten von Sojabohnen und weniger Maisanbau. IEG Vantage hat die US-Sojafläche zur Ernte 2020 auf 85,9 Mio. Acres veranschlagt, im Vergleich zur niedrigen USDA-Prognose von 83,5 Mio. Acres. Die Exportinspektion für US-Sojabohnen lag bei 352.189 mt, was 34 % unter der Vorwoche lag. Davon entfielen 73.000 mt auf Exporte in Richtung China. Weiter verdichteten sich Hinweise darauf, dass China weit in die Sommermonate mit preiswerten brasilianischen Sojabohnen eingedeckt ist. Eine seit Jahresbeginn um 32 % eingebrochene brasilianische Währung verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit erheblich. Laut Beratungsunternehmen DATAGRO haben brasilianische Farmer bereits 81 % der 2019-20 produzierten Sojabohnen verkauft, gut 20 % mehr als in den letzten Jahren. Auch für 2020-21 wären bereits ein Rekordwert von 28 % verkauft.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

298,00

291,00

293,00

Hamburg

298,00

294,00

287,00

287,00

Mainz

311,00

306,00

300,00

301,00

Straubing

329,00

324,00

318,00

319,00

Quelle: Handel

Kurs-Unterstützung über Palm- und Rohöl
Kurs-Unterstützung kam diesmal von Pflanzenölen. Zum fünften Mal in Folge steigt der Preis für Palmöl an der Börse in Malaysia, heute um 1,8 % auf 2.182 von Ringgit/mt, den höchsten Stand seit 21. April. Der Kursanstieg basiert auf der Entscheidung der indonesischen Regierung, gut 187 Mio. US-Dollar zur Unterstützung des B30-Programms bereitzustellen. Nach wochenlangen Spekulationen änderte Indonesiens Regierung die Biodieselabgabe, indem es diese für Rohöl und raffinierte Produkte um 5 USD/mt erhöhte. Dies bedeutet, dass die Preisstruktur gleichbleibt, die gezahlte Abgabe jedoch steigt. Dadurch soll der Kostenunterschied zwischen Dieselkraftstoff (Gasöl) und Palmöl kompensiert werden. In Malaysia hat die Regierung kürzlich angekündigt, die Exportzölle auf Palmöl ab Juni auszusetzen. Bislang betragen diese 4,5 %. Mit der Maßnahme soll der einbrechenden Nachfrage besonders nach Indien infolge der Corona-Pandemie entgegengewirkt werden. Kursunterstützung für Sojaöl kam auch vom Rohölmarkt, wobei Brent am Morgen 4,7 % und WTI um 5,2 % zulegte.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

705

Rapsöl FOB Hbg.

830

825

Palmöl CIF Rott. USD

520

515

Sonnenblumenöl USD FOB

740

735

Quelle: Handel

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
20.05.2026
ASTANA/BRÜSSEL. In Kasachstan geht die Leinsaataussaat gut voran. Gute Wetterverhältnisse unterstützen die positiven Erwartungen. Experten sprechen sich gegen die Erhebung möglicher Exportzölle auf kasachische Ölsaaten aus.
Ölsaaten
20.05.2026
SOFIA/KYJIW. Die Saison 2025/2026 schreitet stetig voran. Mit jedem Monat der vergeht, bevor die neue Ernte im Sommer verfügbar wird, verringern sich die ohnehin schon knappen Bestände weiter.
Nüsse
18.05.2026
NEU-DELHI. Die indische Regierung verkauft ihre Erdnussbestände teurer als erwartet, was dem Markt eine gewisse Unterstützung bietet. Geopolitische Faktoren erschweren zudem den Import anderer Speiseöle. Dennoch könnte es bald zu Preisrückgängen kommen.
Ölsaaten
14.05.2026
NEU-DELHI/DODOMA. In Tansania wurde letzte Woche die Sesamsaison 2026/27 eröffnet, und die Erzeuger zeigen sich optimistisch bezüglich der Preisentwicklung. In Indien zeigt die Sommerernte ein uneinheitliches Bild. Chinas hohe Bestände dämpfen die Kaufaktivität.