Sojabohnen: USA treten beim Export kräftig aufs Gaspedal

5. Juni 2020 um 15:56 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt setzte den Aufwärtstrend weiter fort. Dabei profitieren US-Sojaexporteure von der Kursschwäche vom US-Dollar und können US-Sojabohnen an den Exporthäfen um 10 bis 15 USD/mt günstiger anbieten als brasilianische Konkurrenten. China greift am Markt zu und verfügt über bereits höhere Lagerbestände als im Vorjahr. Dabei muss China noch gut 20 Mio. mt aus den USA für das 4. Quartal kaufen, um den wachsenden Bedarf an Futtermitteln für Schweine zu decken.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Nachmittag mit 8,70 USD/Bushel um 1,2 % fester als gestern. Sojaschrot legte um 1,4 % zu, Sojaöl um 1,7 %. Maßgeblichen Einfluss auf den Kursanstieg bei Soja hatte die Kursschwäche beim US-Dollar, wobei der US-Dollar weiter gegenüber dem brasilianischen Real verlor. Die Folge war ein stark gestiegener Sojaexport der USA. Dabei meldete das USDA gestern noch den Verkauf von 120.000 mt, heute Nachmittag von 588.000 mt US-Sojabohnen an unbekannte Destination, vermutlich nach China. Damit bestätigten sich die Gerüchte der letzten Tage über mehrere Schiffsladungen nach China. Laut Handel lag der Exportpreis für US-Sojabohnen mit 341,90 USD/mt Fob New Orleans um fast 20 USD/mt niedriger als für brasilianische Bohnen Fob Santos. Der ohnehin niedrige Sojapreis, jetzt auch noch die Kursschwäche beim US-Dollar, bewog Chinas Importeure, die Gunst der Stunde für Sojaimporte aus den USA zu nutzen. Denn durch den zuvor hohen Export Brasiliens, der in diesem Jahr inzwischen auf 50 Mio. mt geschätzt wird, gut 35 Mio. mt nahm davon China ab, dürfte das Exporttempo Brasilien etwas einbremsen. Das stärkt die US-amerikanische Position.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

291,00

289,00

292,00

Hamburg

291,00

288,00

285,00

287,00

Mainz

299,00

298,00

296,00

299,00

Straubing

317,00

316,00

314,00

317,00

Quelle: Handel

Chinas Soja-Bestände höher als im Vorjahr
Experten gehen davon aus, dass China gezwungen sein wird, 20 Mio. mt Sojabohnen in den USA für die Lieferung von September bis Januar zu kaufen, um den schnell wachsenden Bedarf an Futtermitteln für Schweine zu decken. Trotz erheblicher Mengen an Sojabohnenverarbeitung von gut 2 Mio. mt pro Woche stiegen die Sojabohnenbestände in China mit 5,4 Mio. mt auf den höchsten Stand seit September letzten Jahres, 1,45 Mio. mt mehr als im Vormonat. Zudem werden von Juni bis August bedeutende Liefermengen von brasilianischen Sojabohnen in China eintreffen. Die Lagerbestände an Sojaöl und -mehl nahmen ebenfalls kräftig zu, was auf eine baldige Sättigung des Marktes hindeutet, was die Kaufaktivität bald verringern könnte. Die US-Sojabohnenexporte beliefen sich seit Saisonbeginn auf 35,93 Mio. mt, was 9,66 Mio. mt unter der USDA-Prognose von 45,59 Mio. mt blieb.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

740

Rapsöl FOB Hbg.

834

833

Palmöl CIF Rott. USD

585

595

Sonnenblumenöl USD FOB

800

800

Quelle: Handel

 

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