Sojabohnen: US-Soja-Exporte profitieren von US-Dollarschwäche

4. Juni 2020 um 16:02 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt konnte den gestrigen Preisanstieg fortsetzen. US-Sojabohnen sind preiswerter als südamerikanische Ursprünge. China setzte seine Einkaufstour bei Soja auch in den USA fort. Nun bleibt abzuwarten, wie sich der Honkong-Konflikt zwischen den USA und China auf die weitere Sojanachfrage Pekings in den USA auswirken wird. Westeuropäische Importeure profitieren weiterhin durch den gestiegenen Eurokurs bei Sojaeinkäufen.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Nachmittag mit 8,59 USD/Bushel um 0,5 % fester als gestern. Sojaschrot legte um 1,0 % zu, Sojaöl gab um 1,4 % nach. In den USA trieb die Kursschwäche beim US-Dollar die Exporterwartungen für US-Sojabohnen bis auf 1,55 Mio. mt hoch. Am Nachmittag bestätigte das USDA den Wochenexport mit 495.200 mt für die alte und 483.000 mt für neue Saison. Davon gingen 201.000 mt bzw. 264.000 mt US-Sojabohnen nach China. Die US-amerikanische Währung sank gegenüber dem brasilianischen Real auf den tiefsten Stand seit 27. März, was den US-Export beflügelte. Gestern wurde bekannt, dass China noch drei bis fünf Sojabohnen-Schiffsladungen in den USA bestellt hatte, was die Terminkurse nach oben trieb. Das Wall Street Journal schrieb, dass China 23 Soja-Kontrakte storniert habe, frühere Bestellungen aber Bestand hätten, Peking jedoch vorhabe, keine weiteren US-Sojabohnen zu kaufen. US-Broker sahen dies gelassen, weil US-Sojabohnen preiswerter als brasilianische Ursprünge waren. Den US-Eigenverbrauch sah der Handel mit Skepsis, weil die Futtermittelnachfrage wegen schwächerer Kaufkraft der US-Bevölkerung vorerst zurückbleiben dürfte. In den USA waren Anfang Juni über 29 Mio. Menschen ohne Arbeit. Dies belastet die Fleischnachfrage.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

291,00

289,00

292,00

Hamburg

291,00

288,00

285,00

286,00

Mainz

299,00

298,00

296,00

299,00

Straubing

319,00

317,00

314,00

314,00

Quelle: Handel

Brasiliens Soja-Angebotsdruck könnte abnehmen
Die Sojaschrotpreise haben in Westeuropa um 2 EUR/mt für Termine bis zum Jahreswechsel angezogen, obwohl der gestiegene Eurokurs den Import verbilligte. Der Handel erwartet bis zur kommenden Sojabohnenernte in den USA, die aufgrund höherer Anbaufläche und Trenderträge mit 112 Mio. mt um 16 % das Vorjahr übertreffen dürfte, weniger Angebotsdruck aus Brasilien. Brasilien soll im Mai wegen des Kurseinbruchs beim Real gut 15,5 Mio. mt Sojabohnen exportiert haben, was 55 % über dem Vorjahr liegen würde, sagten Experten von Brugler Marketing & Management. Danach hätte Brasilien von Januar bis Mai insgesamt 45 Mio. mt Sojabohnen exportiert, die Ernte lag bei 124 Mio. mt, gut 5 Mio. mt höher als im Vorjahr. Auf einem anderen Blatt stehen die Schließungen internationaler Fleischverarbeitungsbetriebe in Brasilien, gab es zuletzt Covid-19 Ausbrüche bei JBS Sa im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul, was die Inlandsnachfrage nach Soja durch geringere Tierbestandsergänzungen auf Farmen dort beeinträchtigt.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

740

740

Rapsöl FOB Hbg.

833

833

Palmöl CIF Rott. USD

595

595

Sonnenblumenöl USD FOB

800

785

Quelle: Handel

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