Sojabohnen: US-Schweinefleischmarkt unter Druck

14. April 2020 um 15:51 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO. Die Sojabohnenmärkte legten wieder den Rückwärtsgang ein. Druck kam vom Rohöl und eingebrochener Schweinefleischnachfrage in den USA. Die von der OPEC-Plus-Gruppe beschlossene Senkung der Rohöl-Fördermenge um 9,7 Mio. Barrel wird nicht ausreichen, um den Covid19-bedingten Nachfrage-Einbruch auszugleichen. Die Einführung der Quarantäne, zuerst in China, dann in den USA, verringert die Nachfrage nach Schweinefleisch in beiden Ländern, was sich nachteilig auf die Soja-Nachfrage auswirken wird.

Sojabohnen notierten in Chicago mit 8,52 USD/Bushel um 0,5 % niedriger als kurz vor Ostern. US-Sojaschrot tendierte am Mittag um 2,1 %, Sojaöl in Chicago um 3,6 % schwächer. Preisdruck kam aus zwei Richtungen. Die von der OPEC-Plus-Gruppe beschlossene Senkung der Rohöl-Fördermenge um 9,7 Mio. Barrel wird nicht ausreichen, um den derzeitigen Nachfrage-Einbruch durch die Covid19-Pandemie von 30 bis 35 Mio. Barrel/Tag auszugleichen. Preisdruck gab es in den USA zudem durch Umsatzrückgänge bei Restaurantfleisch wie Steaks und Hühnerflügeln. Laut Rabobank ist der Fleischkonsum in den USA und Kanada im März um 30 % eingebrochen. Smithfields, das weltgrößte Schweineschlachtunternehmen, gab gestern die unbefristete Schließung eines seiner größten US-Werke in der Stadt Sioux Falls in North Dakota bekannt. Im Vorjahr war die Nachfrage nach US-Schweinefleisch stark gestiegen, da China aufgrund der Afrikanischen Schweinepest mehr davon importierte. Dann erhöhte die US-amerikanische Fleischindustrie die Produktion in Erwartung zunehmender Einkäufe Chinas erheblich. Die Einführung der Quarantäne, zuerst in China, dann in den USA, verringerte jedoch die Nachfrage nach Schweinefleisch in beiden Ländern, was sich nachteilig auf die Nachfrage nach Soja und Mais auswirken wird.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

299,00

299,00

Hamburg

338,00

324,00

299,00

296,00

Mainz

361,00

339,00

307,00

306,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

WASDE-Report erwartet höhere US-Sojabestände
Die Exportkontrolle für US-Sojabohnen lag mit 442.000 mt im Rahmen herabgesetzter Erwartungen des US-Handels. Die Handelseinschätzungen zum NOPA-Crush, deren Resultate morgen veröffentlicht werden, lagen mit 175,16 Mio. Bushel deutlich über dem Ergebnis des Vormonats von 166,29 Mio. Bushel und 170,01 Mio. Bushel im Vorjahr. Laut Zolldaten hat Peking im ersten Quartal 2020 gut 7,81 Mio. mt US-Sojabohnen gekauft. Chinas Sojabohnenimporte waren im März mit 4,28 Mio. mt jedoch die geringsten seit fünf Jahren. China hatte versucht, mehr Sojabohnen aus Brasilien zu importieren. Als Regen und Covid19-Pandemie Brasiliens Exportverladungen verzögerten, schwenkte China wieder auf US-Ware um und musste letzte Woche 500.000 mt Sojabohnen aus Beständen der Sinograin freigeben. Der WASDE-Report war leicht bullish, hatte das USDA die globalen Sojabohnenendbestände um 2 auf 100,45 Mio. mt abgesenkt. Jedoch stiegen die US-Sojabohnenendbestände um 1,5 auf 13,07 Mio. mt. Das USDA senkte Brasiliens Sojabohnenernte um 1,5 auf 124,5 Mio. mt und diejenige Argentiniens um 2 auf 52 Mio. mt.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

715

710

Rapsöl FOB Hbg.

797

802

Palmöl CIF Rott. USD

607

625

Sonnenblumenöl USD FOB

740

740

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
04.06.2026
NEU-DELHI/ADDIS ABEBA. In Indien bleibt der Sesammarkt weitgehend fest. In Äthiopien steht indes die Aussaat der neuen Ernte bevor. Südkoreas Importe gingen leicht zurück, die Preise bleiben nahezu stabil.
Ölsaaten
03.06.2026
SOFIA/BRÜSSEL. Die Europäisch Kommission hat einige Korrekturen bei den Ernteschätzungen für die Saison 2026/2027 vorgenommen. Die EU-Importe haben derweil die 1-Million-Tonnen-Marke überschritten. Der Ukrainische Getreideverband rechnet mit einer größeren Sonnenblumenkernproduktion.
Ölsaaten
02.06.2026
DALIAN. Chinesische Kürbiskernexporte stehen unter Druck durch intensiven Wettbewerb, Wechselkursrisiken und Handelshemmnisse. Gleichzeitig wird EU-konforme Ware zunehmend knapp, sodass sich viele Käufer bereits frühzeitig eindecken wollen.
Ölsaaten
01.06.2026
OTTAWA/BRÜSSEL. Kanadische Marktteilnehmer sorgen sich vor den Folgen eines Überangebotes. Die EU-Kommission hat die seit 2009 bestehenden nichttarifären Handelshemmnisse für Leinsaatlieferungen aus Kanada aufgehoben.