Sojabohnen: US-Schlachtunternehmen machen dicht

21. April 2020 um 16:18 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt setzte den massiven Abwärtstrend fort. Preissenkend wirkte sich die Eskalation am Rohölmarkt und die Schließungen vieler Schlachtunternehmen in den USA auf den Sojakomplex aus. China bleibt mit Sojaimporten weit zurück, weil entsprechende Tierbestände nach der Afrikanischen Schweinepest im Vorjahr und der Covid19-Pandemie in diesem Jahr nicht aufgebaut werden konnten. Die Lage bei US-Schlachtunternehmen spitzt sich zu, kündigte nach Smithfield Foods und Cargill nun auch JBS Schließungen an. Auch am westeuropäischen Fleischmarkt ziehen dunkle Wolken auf.

Sojabohnen gaben in Chicago mit 8,16 USD/Bushel um 1,4 % nach. US-Sojaschrot verlor am Mittag um 1,9 %, Sojaöl in Chicago um 3,2 %. Der starke Preiseinbruch bei Soja war auf die Eskalation am Rohölmarkt zurückzuführen. Dabei erlebte der Rohölmarkt ein Waterloo, erzielte WTI erstmals einen Negativ-Preis in der Geschichte der Öl-Future. In der Spitze notierte Rohöl beim Termin Mai -37 USD/Barrel. Überquellende Rohöllager wegen der Beschränkungen durch die Covid19-Pandemie machen Exportlieferungen weltweit unmöglich, weil die Läger der Raffinerien bis zum Anschlag gefüllt sind. US-Präsident Donald Trump will 75 Mio. Barrel Rohöl in die strategische Reserve übernehmen, um den Markt zu stabilisieren. Zudem erwäge Trump, saudi-arabische Rohöllieferungen zu stoppen. Es schwimmen derzeit 20 Supertanker, randvoll mit unverkauftem Rohöl, auf den Weltmeeren. Für zusätzlichen Druck sorgten günstigen Wetterprognosen für die erst kürzlich begonnene Aussaatsaison bei US-Sojabohnen, waren bis 19. April 2 % der Bestände gesät, plus 1 % zum fünfjährigen Mittel. Die Exportinspektion für US-Sojabohnen lag mit 540.000 mt im Bereich der Handelserwartungen von 300.000 bis 700.000 mt. Dabei teilte US-Broker Oliver Sloup von Blue Line Futures mit, dass China beim Phase-1-Deal um 9 % unter den gesteckten Importzielen zurückblieb.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

298,00

296,00

Hamburg

335,00

320,00

295,00

294,00

Mainz

359,00

336,00

306,00

305,00

Straubing

386,00

359,00

325,00

324,00

Quelle: Handel

JBS schließt US-Fleischverarbeitungsunternehmen
Am US-amerikanischen Markt reißen die Schließungen der Schlachtunternehmen nicht ab, kündigte nach Smithfield Foods und Cargill nun auch JBS die Schließung eines Werkes in Worthington, Minnesota, das 2.000 Mitarbeiter beschäftigt und 20.000 Schweine pro Tag verarbeitet, etwa 5 % des US-amerikanischen Fleisches bereitstellt. Der Einbruch beim Fleischkonsum in Nordamerika von 30 % im März, der sich im April fortsetzten dürfte, bedeutet weniger Tier-Einstallungen auf US-Farmen und damit einen geringeren Sojaverbrauch. Die Nachfrage Chinas blieb rückläufig. Laut National Bureau of Statistics ist Chinas Schweinefleisch-Produktion im ersten Quartal 2020 um 29 % gesunken, nachdem sie bereits 2019 auf ein 16-Jahres-Tief von 42,6 Mio. mt gefallen war. Auch in Westeuropa herrscht unsichere Stimmung. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen ist in Deutschland zwar nicht zu umfangreich, aber die Nachfrage ist ruhig. Offenbar meiden viele Verbraucher die Frischfleischtheke. Die im Gastrobereich durch die Covid19-Pandemie verlorenen Absatzmengen kann der LEH nicht ausgleichen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

710

Rapsöl FOB Hbg.

800

800

Palmöl CIF Rott. USD

555

560

Sonnenblumenöl USD FOB

745

740

Quelle: Handel

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