Sojabohnen: US-Handel erwartet höheren Anbau

12. August 2019 um 13:09 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Lage am US-Sojabohnenmarkt war vor Bekanntgabe des neuen WASDE-Reports heute Abend so gespannt wie selten zuvor.

Nach Kursanstieg am Wochenende setzte der Fronttermin heute Vormittag um 4 Cent auf 8,70 US-Dollar je Bushel zurück. US-Sojaschrot endete jedoch fester bei 296,70 US-Dollar je short tons. Die Branche wartet wegen schwieriger Mais- und Sojaaussaat im Frühjahr seit zwei Monaten auf belastbare Anbaudaten aus den USA. Der US-Handel rechnet mit 81 Mio. Bushel mit einer um 1 Mio. Bushel höheren US-Sojaanbaufläche als im WASDE-Report vom Juli, was Einfluss auf die Versorgungsbilanzen hätte. Die US-Sojaernte könnte 3,8 Mrd. Bushel erreichen, was jedoch unter der Schätzung von 3,84 Mrd. Bushel im WASDE-Report per Juli bliebe. Konsens besteht darüber, dass die US-Lagervorräte wegen der geringeren US-Sojaexporte in Richtung China zunehmen werden. Zu trockene Witterung, vor allem im östlichen Corn Belt, könnten auch nochmals die Ertragserwartungen vermindern. Der wöchentliche Export von US-Sojabohnen blieb mit 419.914 mt letzte Woche deutlich hinter dem Vorwochenergebnis zurück. Laut Zollverwaltung importierte China im Juli 8,64 Mio. mt Sojabohnen, im Vergleich zu 6,51 Mio. mt im Juni und 8 Mio. mt im Vorjahr. Das wären 8 % mehr als im Vorjahr. Der USDA-Attaché für China verringerte seine Importprognose für Sojabohnen nach China für 2019-20 auf 80 Mio. mt.

Die Sojabohnenpreise in Brasilien sind erneut gestiegen, dabei wurden 365-370 US-Dollar FOB Paranagua mitgeteilt. Die Exporte waren trotzdem rückläufig und beliefen sich im Juli laut brasilianischen Außenhandelsministeriums (Secex) auf 7,82 Mio t, rund 13 % kleiner als im Juni und 23 Prozent niedriger als im Juli 2018. Gut 6,32 Mio. t davon entfielen auf China. China muss ganz sicher auf argentinische Ursprünge stärker zurückgreifen, um den Sojabedarf zu decken, weil Brasiliens Sojavorräte stark sinken. Zwar geht der Sojabedarf Chinas wegen der Afrikanischen Schweinepest zurück. Dafür steigt aber die Geflügelproduktion, die für gewissen Ausgleich sorgen könnte, weil die Bestände schneller aufgebaut werden können.

In Deutschland stieg Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine leicht auf 281 EUR/mt, in Rotterdam auf 291 EUR und in Mainz auf 294 EUR/mt EX Works Ölmühle. HP-Ware kostete um 23,00-25,00 EUR je mt mehr.

 

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

8/19

9/19

10/19

11/19

Rotterdam

291,00

290,00

289,00

291,00

Hamburg

281,00

281,00

281,00

285,00

Mainz

294,00

294,00

295,00

296,00

Straubing

-

-

-

-

 

Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

104.600

123.700

Argentinien

53.000

56.000

Brasilien

123.000

117.000

China

17.000

15.900

Indien

10.900

11.500

EU-28

2.674

2.704

Welt

347.400

362.100

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

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