Sojabohnen: Tropensturm in den USA lässt Chicago bisher kalt

9. Juni 2020 um 16:12 , Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA sorgte ein gutes Crop-Rating bei Sojabohnen für leichten Kursdruck in Chicago. Ob sich mit Tropensturm „Cristobal“ in den USA die Lage ändert, bleibt abzuwarten. Die Exportkontrolle für US-Sojabohnen lag nur knapp im Rahmen der Handelserwartungen. Das USDA gab keine neuen Sojaexporte bekannt. In Westeuropa flaute die Sojanachfrage wegen schlechter Margen und wenig Kaufinteresse der Mischfutterindustrie ab, die wegen Corona einige Lagerreserven aufgebaut hatte.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Nachmittag mit 8,61 USD/Bushel um 0,5 % schwächer als gestern. Sojaschrot sank um 0,6 %, Sojaöl blieb nahezu stehen. In den USA überraschte der tropische Sturm „Cristobal“ auch den Sojamarkt. Heftige Regenfälle und Sturm sorgten vom US-Golf kommend in den US-Bundesstaaten Mississippi, Louisiana und Alabama für Starkregen mit Überschwemmungen, was den Schiffsverkehr am Mississippi-Delta zum Erliegen brachte. Die Regenfälle sollen sich nördlich fortsetzen und könnten US-Sojabohnengebiete beeinträchtigen. Der Crop Progress Report zeigte für US-Sojabohnen ein Crop-Rating von 72 % gut bis exzellente Pflanzen, im Vergleich zu 70 % in der Vorwoche. Die US-Sojaaussaat war zu 86 % abgeschlossen, im Vergleich zu 79 % im fünfjährigen Mittel. Die Exportinspektion für US-Sojabohnen lag mit 433.000 mt nur knapp im Rahmen der Handelserwartungen. Neue US-Sojaexporte nach China wurden nicht bekannt. Immerhin exportierten die USA letzte Woche 1,026 Mio t Sojabohnen nach China und unbekannte Destinationen, die ebenfalls China betreffen könnten. Die Exportentwicklung Brasiliens könnte wichtige Rückschlüsse für den Markt zulassen. Denn in den ersten fünf Monaten des Jahres wurden 49,2 Mio. mt Soja aus Brasilien exportiert, fast 40 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Gut 73 % bzw. 35,9 Mio. mt der brasilianischen Sojaexporte entfielen auf China. Peking sorgt vor, sich im Herbst nicht zu stark in Anhängigkeit von der US-amerikanischen Sojaernte zu begeben. Dabei stiegen die Sojabohnenbestände Chinas mit 5,4 Mio. mt auf den höchsten Stand seit September letzten Jahres, rund 1,45 Mio. mt höher als im Vormonat.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

291,00

291,00

293,00

Hamburg

291,00

287,00

285,00

287,00

Mainz

299,00

298,00

298,00

300,00

Straubing

317,00

316,00

316,00

318,00

Quelle: Handel

Sojaschrot-Nachfrage derzeit besonders in Norddeutschland flau
Die Preisentwicklung für Sojaschrot in Westeuropa zeigte wenig Bewegung. In Süddeutschland hat sich Sojaschrot unabhängig von der Qualität um 1 EUR/mt ermäßigt. Unverändert sind die Preise hingegen in Norddeutschland. Mischfutterhersteller sind nach wie vor gut gedeckt und zeigen kaum Kaufinteresse. Die Crush-Margen haben sich verschlechtert, was auf die geringere Nachfrage nach Sojaöl, hauptsächlich im Biodieselsektor, sowie nach Sojamehl zurückzuführen ist, hieß es aus Hamburg. Vom Schlachtvieh-Sektor kamen stabile Impulse, lag der Schweinefleischpreis mit 1,72 EUR/kg SG nahezu unverändert, rechnet die Branche mit guter Grill-Saison, wenn auch mehr Niederschläge die Grillaktivitäten einbremsen könnten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

735

735

Rapsöl FOB Hbg.

836

836

Palmöl CIF Rott. USD

597

579

Sonnenblumenöl USD FOB

798

800

Quelle: Handel

 

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