Sojabohnen: Südamerika rudert bei Ernten trockenheitsbedingt zurück

3. April 2020 um 15:42 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Sojabohnenmärkte konnten sich leicht erholen, nachdem die USA ein gutes Exportergebnis bei Sojabohnen präsentierten und es trotz widersprüchlicher Meldungen zum Rohölmarkt etwas Unterstützung vom Öl gab. Die neuerlicher Prognosekorrekturen für Südamerika lassen allerdings erhebliche Zweifel über deren Richtigkeit bei den Erhebungen aufkommen.

Der US-amerikanische Sojamarkt Chicago verzeichnete bei US-Sojabohnen ein schwaches Minus von 0,2 % auf 8,59 USD/Bushel, US-Sojaschrot brach um 1,4 % ein, Sojaöl legte um 0,8 % zu. Trotz Befürchtungen darüber, dass durch zunehmende Quarantänen wegen der Covid19-Pandemie die US-Exportgeschäfte empfindlich gestört werden könnten, legte der Handel bei US-Sojabohnen ein passables Exportergebnis hin. Dabei lag das Ergebnis mit 957.400 mt um 6 % über der Vorwoche und 75 % über dem Vierwochendurchschnitt. Davon entfielen aber nur 131.000 mt auf China. Der Export von US-Sojaschrot verfehlte jedoch mit 125.200 mt den Vorwochenstand um 50 %. Die US-Sojaölverkäufe ins Ausland erreichten mit 67.000 mt jedoch ein Jahreshoch, nahm Südkorea allein 42.000 mt ab. Laut USDA-Bericht für Fette und Öle wurden im Februar mit 181,55 Mio. Bushel gut 11,5 % mehr Sojabohnen verarbeitet als Vorjahresmonat. Dies bestätigte die gute US-Inlandsnachfrage bei Soja.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

319,00

310,00

Hamburg

356,00

345,00

319,00

310,00

Mainz

379,00

359,00

326,00

319,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

Widersprüchliche Prognosekorrekturen für Südamerika
Etwas widersprüchlich klingen die Entwicklungen in Südamerika. Die Getreidebörse in Buenos Aires hat ihre Prognose für die diesjährige argentinische Sojaernte von zuletzt 52 Mio. mt auf zuletzt 49,5 Mio. mt reduziert. Das USDA ging im WASDE-Bericht von März dagegen von 54 Mio. mt Sojabohnen in Argentinien aus. Fehlende Niederschläge Anfang März hätten zu niedrigeren Erträgen geführt. Ähnlich in Brasilien: Laut Prognose von INTL FCStone wird die Sojaernte Brasiliens geringer ausfallen, als zunächst erwartet wurde. Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit im Bundesstaat Rio Grande do Sul führten dazu, dass die Analysten ihre Schätzung um 4 Mio. mt bzw. 3 % nach unten korrigierten. INTL FCStone rechnet mit einer Sojaernte von nur 120,1 Mio. t. Dieser Wert liegt gut 5 bis 6 Mio. mt unter den bisherigen Annahmen. Das USD ging zuletzt von 126 Mio. mt dort aus. Der Erntefortschritt lag bei 8,1 %. Brasilien hat trotz logistischer Probleme im März insgesamt 11,64 Mio. mt Sojabohnen für den Export verladen, was ein Plus von 28 % zum Vorjahresstand bedeutete.  In Westeuropa blieb Sojaschrot für vordere Termine mit 11 bis 20 EUR/mt Preisaufschlag weiter sehr teuer im Vergleich zu späteren Lieferterminen

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

700

Rapsöl FOB Hbg.

773

775

Palmöl CIF Rott. USD

617

625

Sonnenblumenöl USD FOB

685

690

Quelle: Handel

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