Sojabohnen: Sorge um Schließung von Schlachtbetrieben wächst

12. Mai 2020 um 15:49 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt legte weiter zu. China kauft weiter US-Sojabohnen. Der WASDE-Report wird mit Spannung erwartet, liefert der Mai-Bericht erste Schätzungen zur neuen Ernte. Die Aussaatfläche zur US-Sojabohnenernte dürfte um bis zu 10 % ausgedehnt werden, hieß es im Handel. In Deutschland brachte die Preisentwicklung bei Schweinefleisch auch den Futtermittelsektor etwas aus dem Ruder. Die Westfleisch in Coesfeld bleibt vorerst Covid19-bedingt geschlossen.

US-Sojabohnen legten in Chicago mit knapp 8,53 USD/Bushel um 0,4 % zu. Sojaschrot sank um 0,3 %, Sojaöl um 0,7 %. In den USA bestätigten sich die Gerüchte über vier Schiffsladungen nach China. Am Montag kaufte Peking 240.000 mt Sojabohnen aus den USA. Heute Nachmittag legte China mit dem Kauf von 136.000 mt US-Sojabohnen nach. Dabei lag die Exportinspektion mit 496.000 mt US-Sojabohnen im Erwartungshorizont des Handels. Laut Experten von TFM hat Peking seine Importprognose 2020-21 für Sojabohnen um 2 auf 91 Mio. mt angehoben, was in Chicago wie ein Kursfeuerwerk gewirkt hatte. Mit Blick auf den WASDE-Report, der im Mai traditionell erste Schätzungen zur neuen Ernte liefert, rechnet der US-Handel mit einer Anbauausdehnung zur kommenden US-Sojabohnenernte von bis zu 10 %, was auf eine US-Sojaernte von bis zu 107 Mio. mt hinauslaufen könnte. Die Reuters-Umfrage beim Handel ergab, dass die US-Sojabohnen-Endbestände für 2019-20 mit 488 Mio. Bushel die April-Schätzung von 480 Mio. Bushel übertreffen könnte. Auch erwarten Analysten eine Korrektur der Ernteprognosen für Lateinamerika. In Argentinien könnte die Schätzung um 0,8 auf 51,2 Mio. mt, für Brasilien um 1,5 auf 123 Mio. mt nach unten revidiert werden. Die Aussaatfläche zur US-Sojabohnenernte dürfte um 10 % ausgedehnt werden, was auf eine kommende US-Sojaernte von knapp 107 Mio. mt hinauslaufen könnte.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

304,00

296,00

296,00

Hamburg

306,00

300,00

292,00

290,00

Mainz

320,00

311,00

304,00

304,00

Straubing

342,00

331,00

323,00

323,00

Quelle: Handel

Schlachtunternehmen in der Bredouille
In Deutschland brachte die Preisentwicklung bei Schweinefleisch auch den Futtermittelsektor etwas aus dem Ruder. Nachdem die Westfleisch den Standort Coesfeld wegen 205 Mitarbeitern, die sich mit dem Corona-Virus infiziert hatten, schließen musste, gerät der Markt weit unter Druck. Dort fallen derzeit täglich 50.000 Schlachtungen aus, hieß es. Inzwischen werden alle Mitarbeiter auf Covid19 getestet. Da auch der Schweinefleischexport nach China wegen preiswerterer Angebote aus den USA zurückgefallen ist, sind die Preise für Schweinefleisch von 1,70 letzte Woche auf 1,60 EUR/kg SG gefallen. Ob die Covid19-Pandemie ähnliche Folgen für die Schlachtunternehmen in Deutschland haben wird wie in den USA, ist derzeit nicht zu hoffen, hieß es beim Handel.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

685

Rapsöl FOB Hbg.

825

805

Palmöl CIF Rott. USD

525

517

Sonnenblumenöl USD FOB

730

720

Quelle: Handel

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