Sojabohnen: Sojaschrot verliert, Sojaöl gewinnt

7. April 2020 um 16:29 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Sojabohnenmärkte legten wieder etwas zu. Sojaschrot wurde preiswerter, Sojaöl teurer. In den USA läuft bisher alles darauf hinaus, dass die US-Sojaendbestände und auch globalen Sojaendvorräte steigen werden. Die Lage in Südamerika bleibt wegen der Covid19-Pandemie sehr unübersichtlich. Argentinien soll mehr Sojaschrot exportieren, die Nachfrage nach Biodiesel dürfte im April wegen der Einschränkungen im öffentlichen Leben stark einbrechen.

Sojabohnen notierten in Chicago mit 8,61 USD/Bushel um 0,8 % höher als am Vortag. Dabei tendierte Sojaschrot um 2,3 % niedriger, Sojaöl um 2,6 % höher. Es gab keine neuen Sojaimporte aus China. In den USA lag die Exportinspektion mit 298.000 mt US-Sojabohnen ähnlich niedrig wie in der Vorwoche. Das USDA reduzierte zudem nachträglich den US-Sojacrush im Februar von 181,6 Mio. mt auf nur noch 175,3 Mio. mt. Mit Blick auf den kommenden WASDE-Report erwartet der Handel US-Sojabohnenbestände von 430 Mio. Bushel, gegenüber 425 Mio. im Vormonat. Die Welt-Sojabohnenendbestände werden vom Handel bei 110,10 gegenüber 102,44 Mio. mt im Märzbericht gesehen, was für Kursdruck sorgte. Spannend bleibt die Entwicklung beim Öl.  Laut Handel könnte sich die OPEC-Plus-Gruppe zwar am Donnerstag auf eine Rücknahme des globalen Rohölausstoßes um 10 bis 15 % einigen. Viel zu wenig, meinte die International Energy Agency (IEA) in Paris. Der Nachfragerückgang ist derart massiv, dass sämtliche Rohölexportländer in nie gekanntem Umfang drosseln müssten, was schlicht unkontrollierbar wäre.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

311,00

308,00

Hamburg

353,00

341,00

311,00

308,00

Mainz

372,00

352,00

328,00

314,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

Südamerikas Exportdruck wächst wieder
Der Preisrückgang bei Sojaschrot wird durch ein wieder steigendes Angebot bei Sojabohnen und Sojaschrot aus Argentinien und Brasilien gestützt, hieß es beim Handel. Laut Analyst Dr. Cordonnier laufen die Verladungen an den Seehäfen in Santos und Paranagua immer noch stark verzögert, was zu erhöhten Liegekosten der Schiffe geführt hat. Der brasilianische Landwirtschaftsminister und die National Land Transportation Agency (ANTT) haben die Produktion, Verarbeitung und den Transport von Lebensmitteln, Getreide, Obst und Gemüse genehmigt, um eine möglichst reibungslose Exportabwicklung zu gewährleisten. Aber die Zahl der LKW ist deutlich geringer als vor der Covid19-Pandemie, meinte Dr. Cordonnier. Auch in Argentinien erschwert die Pandemie Transporte und Verladung, wirtschaftliche Not zwingen jedoch, mehr Soja zu exportieren. Dabei rechnet die Branche im April jedoch mit einem starken Rückgang der Biodieselimporte in die EU. Fraglich bleibt, ob das USDA beim nächsten WASDE-Report am Donnerstag den niedrigen Sojaprognosen Brasiliens und Argentiniens folgen wird. In Westdeutschland sind sowohl die Raps- als auch die Sojaschrotpreise im Vergleich zum letzten Handelstag auf allen Positionen deutlich zurückgegangen.


Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

695

695

Rapsöl FOB Hbg.

784

772

Palmöl CIF Rott. USD

610

610

Sonnenblumenöl USD FOB

700

685

Quelle: Handel

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