Sojabohnen: Sinograin kauft am Nord-Pazifik US-Bohnen

10. Juni 2020 um 15:47 , Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA wird mit Blick auf den morgigen WASDE-Report eine Anhebung der Sojabohnenernte und Sojabohnenbestände in den USA erwartet. Auch Korrekturen für Südamerika liegen nahe. Chinas Einkäufer Sinograin kaufte gestern US-Sojabohnen am Nord-Pazifik, die COFCO erkundigte sich über die Preiskonditionen weiterer Sojalieferungen nach China. Brasiliens Fleischverarbeitung steht in der Kritik wegen zunehmend höherer bestätigter Covid19-Fälle in den Betrieben.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Nachmittag mit 8,67 USD/Bushel um 0,6 % fester als gestern. Sojaschrot sank um 0,4 %, Sojaöl stieg um 0,1 %. Mit Blick auf den morgigen WASDE-Bericht des USDA erwarten Händler gegenüber dem Mai-Bericht eine leichte Erhöhung der Prognose für die US-Sojaernte um 13 Mio. Bushel auf 4,138 Mrd. Bushel wegen höherer Erträge. Die US-Sojabohnenbestände zur neuen Ernte werden auf 426 Mio. Bushel gegenüber 405 Mio. Bushel im Vormonat geschätzt. Laut Crop Progress Report befinden sich 72 % der Sojapflanzen in gutem bis exzellenten Zustand, 2 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Für Brasilien erwarten Experten vom morgigen WASDE-Bericht einen Rückgang der Sojabohnenernte um 1,0 Mio. mt auf 123 Mio. mt. Für Argentinien wird ein Schnitt um 300.000 mt auf 50,7 Mio. mt nicht ausgeschlossen. Der Tropen-Sturm "Cristobal" hat sich abgeschwächt. Der National Weather Service hat seine Starkregen- und Überschwemmungs-Warnungen bis auf Gebiete in Central Iowa zurückgenommen. Laut US-Handel hat gestern Chinas staatlicher Einkäufer Sinograin mindestens zwei Soja-Schiffe bzw. 120.000 mt US-Sojabohnen aus Häfen im Nordwesten des US-Pazifiks gekauft. Auch COFCO hätte sich nach dem Preis für zwei Soja-Schiffsladungen zur Lieferung im November erkundigt. Durch den gestiegenen Real-Kurs waren US-amerikanische Sojabohnen am US-Golf um 50 Cent je Bushel günstiger als brasilianische Ursprünge.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

288,00

288,00

290,00

Hamburg

288,00

284,00

282,00

285,00

Mainz

296,00

295,00

295,00

297,00

Straubing

314,00

313,00

313,00

315,00

Quelle: Handel

Sojaschrotnachfrage derzeit besonders in Norddeutschland flau
Für Empörung sorgte, dass der brasilianische Fleischverarbeitungskonzern JBS von einem Gericht in Rondônia die Erlaubnis erhielt, eine Rindfleischfabrik wieder zu eröffnen, selbst nachdem 266 Mitarbeiter dort laut Staatsanwaltschaft auf COVID-19 positiv getestet worden waren. Über 60 % der in der Stadt infizierten Menschen sind bei JBS beschäftigt, teilten US-Broker mit. In den USA forderten sechs Republikaner des Repräsentantenhauses das USDA auf, die Vorschriften für Fleischverarbeitungsunternehmen zu lockern. Dabei wird mehr Flexibilität bei der Umsetzung von Schutzvorkehrungen und Genehmigungsprozessen bei Lieferketten-Etikettierungen gefordert. Die Preisentwicklung für Sojaschrot in Westeuropa zeigte nicht zuletzt wegen des gestiegenen Eurokurses nach unten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

735

Rapsöl FOB Hbg.

839

836

Palmöl CIF Rott. USD

602

597

Sonnenblumenöl USD FOB

795

798

Quelle: Handel

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