Sojabohnen: Das Schweigen der Lämmer

28. April 2020 um 16:18 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt zeigt nur schwache Aufwärtstendenz. Die Realitäten bei den US-Schlachthöfen sind brutal und grauenvoll, müssen wegen der pandemiebedingten Schlachthofschließungen Millionen von Schweinen, Hühnern und Rindern eingeschläfert werden, weil es dafür keine Fleischnachfrage gibt. Der Fleischabsatz zeigt bisher keine Erholungstendenz. Entsprechend werden weniger Jungtiere bei US-Farmern eingestallt. Dies bedeutet weniger Sojaverbrauch. Die Branche fordert Lockerungen beim Shutdown in den USA.

US-Sojabohnen legten am Nachmittag um 0,4 % auf 8,32 USD/Bushel gegenüber gestern zu. Sojaschrot fiel um 1,2 %, Sojaöl stieg um 0,4 %. Dabei blieben die Vorgaben aus den USA eher gemischt. Mit 555.718 mt lagen die Exportinspektionen bei der Sojabohne leicht über denen der Vorwoche. Auch die jüngst angekündigten Geschäfte in Richtung China lassen ein wenig Hoffnung beim US-Handel aufkeimen. China möchte seine Sojabohnenbestände in den kommenden Monaten um 10 Mio. mt aufstocken, um sich gegen Corona-bedingte Störungen abzusichern. Allerdings lag die Schweinefleischproduktion in China im ersten Quartal um 29 % unter dem Vorjahrswert. Die Lage im US-Schlachtsektor ist katastrophal. Millionen von Schweinen, Hühnern und Rindern werden aufgrund der Schließung von Schlachthöfen eingeschläfert, was die Versorgung der Lebensmittelhändler einschränkt", sagte John Tyson, Vorsitzender von Tyson Foods. Laut USDA betrug die tägliche Schlachtung in der vergangenen Woche durchschnittlich 364.600 Stück für Schweine und 85.200 Stück für Rinder, was ein Minus von 26 % bzw. 29 % gegenüber der gleichen Woche im Vormonat und einen Rückgang von 22 % bei Schweinen und von 29 % bei Rindern zum Vorjahr bedeutet.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

301,00

298,00

Hamburg

331,00

315,00

294,00

291,00

Mainz

352,00

336,00

305,00

304,00

Straubing

381,00

361,00

326,00

323,00

Quelle: Handel

Soja-Exporte konzentrieren sich auf Brasilien und USA
Die Exportkontrolle bei US-Sojabohnen lag mit 557.000 mt knapp über der Vorwoche, gut 15 % der Käufe entfielen auf China. Peking nutzte den Preisrückgang bei Sojabohnen, um 500.000 mt US-Sojabohnen und möglicherweise noch mehr zu kaufen, meinte Jack Scoville von Price Futures Group. Während Brasiliens Farmer weiterhin vom schwächelnden Real profitierten, wodurch Exportdruck in Brasilien noch zunahm, ging das Exportangebot bei argentinischem Sojaschrot zurück. Der Parana River führte so wenig Wasser, dass die Schiffe nur mit Teilmengen an Sojabohnen beladen werden konnten. Die Nachfrage konzentriert sich daher auf brasilianische und US-amerikanische Ursprünge, was dem US-Handel wegen geringerem Inlandsabsatz entgegenkommt. Weniger Regen in Süd-Brasilien und Nord-Argentinien könnte die Logistik dort wieder verbessern. Die neue US-Sojabohnenernte war laut Crop Progress Report zu 8% gesät, was über dem Mittel von 4 % lag. Bohnen wurden in Ohio zu 2 % und in Illinois zu 18 % gesät.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

700

700

Rapsöl FOB Hbg.

800

800

Palmöl CIF Rott. USD

530

530

Sonnenblumenöl USD FOB

730

730

Quelle: Handel

 

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