Sojabohnen: Schrot steigt um 5 EUR/mt

14. August 2019 um 14:04 , Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA unterstützen die baldige Fortsetzung der Handelsgespräche mit China, gute Ergebnisse der Exportinspektion mit Verschiffungen auch nach China, den Markt. Brasiliens Sojabestände gehen langsam zu Ende. Argentiniens Exporteure nutzen den Kursverfall beim Peso, dem Land droht eine Staatspleite.

In den USA blieb der Fronttermin in Chicago heute Morgen bei knapp 8,76 US-Dollar je Bushel stehen. Die Exportinspektion ergab bei US-Sojabohnen Verschiffungen von 944.238 mt, wovon 468.230 mt auf China entfielen, was die Erwartungen des Handels übertraf und den Sojabohnenkurs in Chicago stabilisierte. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die geplante Zollerhöhung um 10 % auf chinesische Waren, die nächsten Monat in Kraft treten sollte, auf den 15. Dezember zu verschieben. Damit reagierte die US-Regierung auf Inflationsrisiken, die durch Verteuerung von Zöllen auf Waren zwangsläufig entstehen. Wegen hoher Staatsschulden kann auch die USA keinen Zinsanstieg riskieren. Die Verschiebung der Zollanhebungen dürfte aber nicht zur Belebung der Importnachfrage Chinas führen, meinten Analysten. Trump forderte auch Japan auf, deutlich mehr US-Agrarprodukte zu kaufen, was auch den US-Sojamarkt stützen könnte.

Argentiniens Sojamarkt profitiert vom hohen Kursverfall beim Peso. Bekanntlich steuert Argentinien auf eine Staatspleite zu. Dabei verteuerten sich nicht nur die Inlandspreise für Soja, sondern die Exporteure können auch preiswerter Soja exportieren, was zu niedrigeren Exportpreisen führte. Dabei gab der Peso innerhalb vier Wochen um immerhin 23,4 % seines Wertes ab. Aber die Währung entwertet sich derart stark, dass Farmer mit Verkäufen lieber bis zu neuen Präsidentschaftswahlen im Oktober abwarten, um Vermögensnachteile zu vermeiden.

In Brasilien steigen die Preise bereits angesichts der begrenzten Lagerbestände bei Sojabohnen. Die Prämie für September wuchs um 32 % gegenüber dem Vormonat, hieß es beim Handel. Die Prämie blieb aber unter der des Vorjahres, weil China weniger Soja in Brasilien abruft. Laut Daniele Siqueira, Analyst bei AgRural Consulting, werden ab September 2019 in Brasilien aber nur 15,7 Mio. mt Sojabohnen zum Versand bis zur neuen Ernte im Januar 2020 verbleiben. Bei Exporten von 7-8 Mio. mt pro Monat wären die Vorräte im November erschöpft. Spätestens dann muss China auf argentinische Ursprünge ausweichen. Unter der Prämisse ist mit steigenden Sojapreisen zu rechnen.

In Deutschland zog Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine um 3 EUR/mt auf 284 EUR/mt hoch, in Rotterdam auf 294 EUR und in Mainz auf 296 EUR/mt EX Works Ölmühle. HP-Ware kostete um 23- 25 EUR je mt mehr. Tendenz: Fester.

 

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

8/19

9/19

10/19

11/19

Rotterdam

294,00

294,00

293,00

292,00

Hamburg

284,00

284,00

284,00

287,00

Mainz

296,00

297,00

298,00

298,00

Straubing

-

-

-

-

 

Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

100.160

123.700

Argentinien

53.000

56.000

Brasilien

123.000

117.000

China

17.000

15.900

Indien

10.900

11.500

EU-28

2.780

2.704

Welt

341.830

362.850

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

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