Sojabohnen: Schlitterpartie beim WASDE-Report

13. Mai 2020 um 15:20 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt schlitterte nach dem vagen WASDE-Report mit leicht bullishem Signal in Chicago dahin. Der Kauf von fast 400.000 mt Sojabohnen aus China am Nachmittag dürfte zu Kursbefestigung führen. In Deutschland belastet das Corona-Szenario bei Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und den Futtermittelsektor.

US-Sojabohnen gaben in Chicago am Nachmittag mit leicht über 8,49 USD/Bushel um 0,5 % zum Vortag nach. Sojaschrot stieg um 0,6 %, Sojaöl fiel um 0,4 %. Die Welt-Sojabohnenernte 2020-21 soll laut USDA um 7,9 % auf 362,76 Mio. mt zunehmen, gegenüber 336,11 Mio. mt im Vorjahr. Die Welt-Sojabohnenvorräte sinken danach um 1,9 % auf 98,39 Mio. mt. Der wesentliche Produktionsanstieg resultiert aus der höher veranschlagten US-Sojabohnenernte, die mit 112,26 Mio. mt um 16,0 % zum Vorjahr zulegen soll. Auf der Nachfrageseite erwartet das USDA einen Importanstieg Chinas um 4 auf 96 Mio. mt. Der Rückgang der Welt-Sojabohnenvorräte resultiert aus um 22,3 % gestiegenen Sojaexporten der USA. Weltweit sollen die Sojaexporte um 8 auf 161,9 Mio. mt ansteigen. Am Nachmittag meldete sich Peking mit einem Sojabohnenkauf von 396.000 mt in den USA zurück. Dabei kursierten Gerüchte über den Import von 20 Schiffsladungen, die darauf basierten, dass Chinas Staatsbetrieb Cofco entsprechende Angebote für den Versand von Juli bis November von Terminals entlang der US-Golfküste eingeholt hatte. Laut Experten von TFM Intelligence Solutions hat Peking seine Importprognose 2020-21 für Sojabohnen um 2 auf 91 Mio. mt angehoben.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

305,00

298,00

299,00

Hamburg

306,00

302,00

294,00

292,00

Mainz

319,00

313,00

306,00

307,00

Straubing

337,00

331,00

324,00

325,00

Quelle: Handel

Schlachtunternehmen unter Druck
In Deutschland belastet das Corona-Szenario bei Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und den Futtermittelsektor. Bei der Westfleisch in Coesfeld sollen bis Dienstagmittag 260 von etwa 1.200 Mitarbeitern positiv getestet worden sein. Weitere Untersuchungsergebnisse standen noch aus. Bei einem Unternehmen nahe Pforzheim stieg die Zahl der Infizierten um 80 weitere auf 400 von insgesamt 1.100 Mitarbeitern. Die Ergebnisse der zweiten Testreihe bei Müller Fleisch nimmt das Unternehmen zum Anlass, die Arbeitsschutzmaßnahmen neu zu ordnen, hieß es. Ein Schlachthofbetreiber in Bad Bramstedt will den Betrieb trotz Infektionen wieder hochfahren, offenbar mit Hilfe von Mitarbeitern, die negativ getestet wurden. Da auch der Schweinefleischexport nach China wegen preiswerterer Angebote aus den USA zurückgefallen ist, sind die Preise für Schweinefleisch von 1,70 letzte Woche auf 1,60 EUR/kg SG gefallen. Ob die Covid19-Pandemie ähnliche Folgen für die Schlachtunternehmen in Deutschland haben wird wie in den USA, ist derzeit nicht zu hoffen, hieß es beim Handel.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

685

Rapsöl FOB Hbg.

823

825

Palmöl CIF Rott. USD

520

525

Sonnenblumenöl USD FOB

735

730

Quelle: Handel

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