Sojabohnen: Quarantänen beherrschen zunehmend die Szene

2. April 2020 um 15:03 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Sojabohnenmärkt gerieten im Zuge der explosionsartigen Ausbreitung des Coronavirus in den USA stark unter Druck. US-Präsidenten Donald Trump warnte vor anstehendenden fürchterlichen Wochen und bis zu 240.000 Toten in den kommenden Wochen in den USA. Der US-Handel rechnet mit quarantänebedingten Exportverzögerung bei US-Sojabohnen. In Argentinien geht die Sojaverarbeitung stark zurück, in Brasilien legte der Export im März zu.

In den USA bekommt die US-Wirtschaft die Folgen der Corona-Pandemie in aller Härte zu spüren. Der in den USA ohnehin durch erbitterte Machtkämpfe zwischen Saudi-Arabien und Russland verursachte Preisverfall bei Rohöl mit negativen Folgen für die US-Wirtschaft und auch den US-Sojamarkt bekam durch die Warnung von US-Präsidenten Donald Trump, vor anstehendenden fürchterlichen Wochen zu stehen und bis zu 240.000 Toten in den kommenden Wochen befürchten zu müssen, neue Nahrung. Die Ermahnung Trumps, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens für weitere 30 Tage streng einzuhalten, entfachte beim US-Handel zusätzlichen Frust über zähe Beeinträchtigungen bei der Exportabwicklung. Der Dow Jones brach um 4,4 % ein. Chicago verzeichnete bei US-Sojabohnen ein Minus von 1,5 % auf 8,61 USD/Bushel, US-Sojaschrot brach um 1,3 % und Sojaöl um 1,4 % ein. Laut USDA sollen die Farmer den Sojaanbau mit 83,5 Mio. Acres um 9,7 % ausdehnen. Nach Meinung des Handels könnte das Anbauplus noch höher ausfallen, wenn Farmer wegen schlechter Ethanolpreise zu mehr Sojaanbau umschwenken. Zusammen mit der rekordverdächtigen Sojaernte Brasiliens wäre das Angebot mehr als komfortabel. Laut USDA-Bericht für Fette und Öle wurden im Februar mit 181,55 Mio. Bushel 11,5 % mehr Sojabohnen verarbeitet als Vorjahresmonat.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

319,00

310,00

Hamburg

361,00

348,00

321,00

310,00

Mainz

379,00

359,00

328,00

318,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

Argentiniens Sojaverarbeitung bricht stark
In Argentinien wurden in der ersten Märzwoche 28.000 Lkw mit Soja im Hafen von Rosario verladen, in den ersten fünf Tagen der letzten Woche ging die Zahl auf 13.000 zurück. Zahlreiche Kommunen riegelten den Verkehr durch Städte ab. Die Getreidebörse in Rosario berichtete, dass letzten Freitag weniger als die Hälfte der üblichen Sojamenge zu Ölmühlen verladen wurde. Obwohl die argentinische Regierung bis 31. März eine landesweite Kontaktsperre für die Bevölkerung erließ, gab es Ausnahmen für Verladungen von Agrargütern. Brasiliens Regierung gab bekannt, dass im März mit 11,64 Mio. mt gut 28 % mehr Soja exportiert wurde als im Vorjahr von 9,09 Mio. mt. Auch hier behinderten zuletzt weitreichende Quarantänen die Abwicklung, was sich April exportbegrenzend auswirken könnte. In Westeuropa blieb Sojaschrot für vordere Termine mit 13 bis 20 EUR/mt Preisaufschlag weiter sehr teuer im Vergleich zu späteren Lieferterminen

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

700

705

Rapsöl FOB Hbg.

775

775

Palmöl CIF Rott. USD

625

635

Sonnenblumenöl USD FOB

690

690

Quelle: Handel

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