Sojabohnen: Zwischen Preistreiberei und Eskalation der Covid-Pandemie

18. Juni 2020 um 14:49 , Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA stiegen Sojabohnenkurs im Handelsverlauf leicht an. Dabei kursierten Gerüchte über weitere Sojakäufe Pekings in den USA, was auf höhere Schweinebestände in China bekräftigt wurde. Jedoch Brasilien kann wegen Leitzinssenkung beim Real im Export wieder zulegen. Die Gefahr einer zweiten Covod19-Pandemiewelle in China stößt die Alarmglocken an.

US-Sojabohnen holten im Handelsverlauf am frühen Nachmittag weiter auf. Laut US-Broker kursierten Gerüchte über weitere Kaufabsichten Chinas in den USA, was das USDA aber bis dahin nicht bestätigte. Dabei meldete Peking einen Anstieg der Schweineherde im Mai um 3,9 %, was eine stabilere Nachfrage erwarten ließe. Jedoch wird in Asien eine zweite Covid19-Pandemiewelle erwartet, was wieder weniger Sojanachfrage Chinas bedeuten könnte, anderseits wegen drohender Lockdowns eine stärke Bevorratung sinnvoll erscheinen lässt. Die Abwertung des Leitzinses in Brasilien verbilligt wiederum Sojaexporte gegenüber US-amerikanischer Konkurrenz. Die Preisentwicklung bei Pflanzenölen erhielt einen Dämpfer, nachdem die ägyptische GASC eine Ausschreibung für den Kauf von 40.000 mt Pflanzenölen wegen überteuerter Preise zurückzog. Die Palmölpreise hatten sich wegen Importen von 233.300 mt in der ersten Junihälfte nach China etwas erholt. Die Entscheidung Indonesiens, die Herstellung von Biokraftstoffe der zweiten Generation von 2023 auf 2026 zu verschieben, brachte den Markt wieder unter Druck.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

7/20

8/20

9/20

10/20

Rotterdam

292,00

291,00

291,00

292,00

Hamburg

288,00

286,00

287,00

287,00

Mainz

300,00

298,00

300,00

303,00

Straubing

318,00

318,00

318,00

320,00

Quelle: Handel

Rekordhohe Covid19-Infektionen in den USA
Rekordhohe Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den sechs US-Bundesstaaten Arizona, Florida, Oklahoma, Oregon, Texas und Nevada belasteten jedoch den Markt, könnten die Gouverneure der Staaten erneut wirtschaftlich einschränkende Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie verhängen. Besonders der Fleischverbrauch steht dabei im Fokus. Experten erwarten dabei, dass die Tiefkühlbestände für US-Schweinefleisch per Ende Mai um 5,7 % und bei Rindfleisch um 6,8 % zum Vormonat sinken dürften, was jedoch einen Wiederanstieg des US-Fleischverbrauchs bedeuten würde. Überraschend sank in den USA die Arbeitslosenquote im Juni auf 13,3 %, was zeigt, dass im letzten Monat in den USA wieder 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Gestützt wurden die US-Sojabohnenpreise durch Aussagen des US-Handelsbeauftragen Lighthizer, wonach Chinas Regierung die Einhaltung des Phase-1-Deals bestätigt haben soll. Zuletzt gab das USDA die Exportzahlen bekannt. Danach lag der wöchentliche Sojabohnenexport für die alte Saison mit 538.100 mt um 46 % unter der Vorwoche und um 36 % niedriger als im vierwöchigen Mittel. Für neue Saison realisierten die USA ein Exportvolumen von 1,382 Mio. mt, gut 32 % über der Vorwoche, aber 4 % unter dem Mittel. Davon entfielen 1,033 Mio. mt Sojabohnen auf China.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

735

Rapsöl FOB Hbg.

843

842

Palmöl CIF Rott. USD

610

610

Sonnenblumenöl USD FOB

805

805

Quelle: Handel

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