Sojabohnen: Philippinen befürchten Afrikanische Schweinepest

21. August 2019 um 12:44 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO. Der US-Sojabohnenmarkt tendierte seitwärts mit leichtem Aufwärtstrend bei Sojaschrot. Aber die Nachricht über Verdachtsfälle der Afrikanischen Schweinepest auf den Philippinen könnten dem Sojamarkt erneut zusetzen. Noch müssen weitere Untersuchungen den Ausbruch bestätigten.

In den USA tendierten Sojabohnen seitwärts. Der Fronttermin lag heute Vormittag in Chicago mit 8,60 US-Dollar je Bushel ähnlich niedrig wie gestern. Sojaschrot stieg aber um 1,50 auf 295,30 US-Dollar je short tons. Ergiebige Regenfälle, vor allem im östlichen Corn Belt der USA, schmolzen die zuletzt gebildete Wetterprämie auch für US-Sojabohnen ab. Aber es wird dort kühler. Dies nährt bereits wieder Befürchtungen darüber, dass die US-Sojabohnen vor den ersten Frühfrösten im September womöglich nicht reif werden. Die Pro Farmer Midwest Crop Tour zeigte in South Dakota und Ohio auch niedrigere Schotenzahlen als im dreijährigen Mittel, was den Markt stützte. Die Folgen der Handelsgespräche mit China belasten den US-Sojamarkt weiterhin. Pressemeldungen in der South China Morning Post darüber, dass China keine großen Importe von US-Sojabohnen mehr beabsichtige, um nicht von den USA abhängig zu sein, ebenso Äußerungen aus dem chinesischen Komitee für Entwicklung und Reformen, über geringe Wettbewerbsfähigkeit von US-Sojabohnen, sorgten für Missstimmung beim Handel. Dann rollte gestern Abend noch die nächste Hiobsbotschaft aus Asien über den Äther. Die Philippinen sind besorgt über Verdachtsfälle der Afrikanischen Schweinepest im Land. Das Bureau of Animal Industry hat erhöhte Sterblichkeit von Ferkeln und Läufern festgestellt. Weitere Untersuchungen müssen den Ausbruch noch bestätigten, sagte Agrarminister William Dar. Sollte das Virus tatsächlich den Sprung über das süd-chinesische Meer geschafft haben, wäre mit den Philippinen nach Russland, China, der Mongolei, Nordkorea, Vietnam, Laos, Kambodscha und Myanmar jetzt bereits das neunte asiatische Land von der Seuche betroffen. Die philippinische Schweineproduktion rangiert mit 5 Mrd. US-Dollar Warenwert an achter Stelle der globalen Rangliste. Die Philippinen verhängten ein Importverbot für Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte auch aus Deutschland.

Laut Handel blieben die Sojapreise in Südamerika nahezu stehen. Argentiniens Wirtschaft unterstützt den Ausbau wichtiger Wasserstraßen, nachdem Chinas Staatsunternehmen UDP die Vertiefung des Rio Paraná vorgeschlagen hatte. Dadurch steigt Argentiniens Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Brasilien und den USA Richtung China spürbar. Brasiliens Regierung spielt weiter mit dem Gedanken, bei einem möglichen Wahlsieg des Präsidentschaftskandidaten Alberto Fernandez im Oktober in Argentinien aus dem südamerikanischen Zollabkommen Mercosur auszutreten. Ende Juni hatte die EU mit Mercosur gerade ein Freihandelsabkommen erzielt.

In Deutschland stieg Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine leicht auf 282 EUR/mt, in Rotterdam auf 291 EUR und in Mainz auf 295 EUR/mt EX Works Ölmühle. HP-Ware kostete um 23-25 EUR je mt mehr.

 

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

8/19

9/19

10/19

11/19

Rotterdam

291,00

291,00

290,00

291,50

Hamburg

282,00

282,00

282,00

285,00

Mainz

295,00

296,00

296,00

296,00

Straubing

-

-

-

-

 

Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

100.160

123.700

Argentinien

53.000

56.000

Brasilien

123.000

117.000

China

17.000

15.900

Indien

10.900

11.500

EU-28

2.780

2.704

Welt

341.830

362.850


Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Öle
12.08.2026
ANKARA. Vertreter der türkischen Branche sind empört über den zusätzlichen Einfuhrzoll, der in den USA auf Olivenöl erhoben wird. Die Produktion und der Export stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Preise sind zudem unverhältnismäßig hoch.