Sojabohnen: Drei-Phasen-Programm soll US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen

17. April 2020 um 15:55 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt zeigte wenig Erholungstendenzen. Schließungen und Produktionseinschränkungen von US-Schlachtunternehmen beherrschen in den USA nebst steigenden Arbeitslosenzahlen und schlechten Industriezahlen thematisch die Szene. Gut 30 % Konsumeinbruch beim Fleisch in Nordamerika sind kein Pappenstiel. Deshalb hat die Trump-Regierung ein Dreiphasen-Lockerungsprogramm auf den Weg gebracht.

Sojabohnen gaben in Chicago mit 8,41 USD/Bushel um 0,3 % nach. US-Sojaschrot stieg am Mittag um 04 %, Sojaöl verlor in Chicago um 1,0 %. In den USA lag der Wochenexport bei US-Sojabohnen für 2019-20 mit 244.700 mt um 68 % unter, für 2020-21 jedoch mit 525.000 mt um 9 Prozent über dem vierwöchigen Mittel.. Erfreulich hoch wurde der NOPA-Crush für März mit 181,37 Mio. Bushel über der Handelsschätzung von 175,16 Mio Bushel gemeldet. Aber der Druck nahm trotzdem zu. Nach Smithfield Foods, dem weltgrößte Schlachtunternehmen, fuhren auch Verarbeiter wie Cargill mit dem Rindfleischschlachtbetrieb in Fort Morgan in Colorado ihre Verarbeitungskapazität stark zurück. Fleischverarbeiter haben große Lagerbestände an Schweinefleisch aufgebaut, die nicht verkauft wurden. Massive Quarantäneauflagen, zuerst in China, dann in den USA, verringerte die Nachfrage nach Schweinefleisch. Dabei importiert China im März mit 4,3 Mio. mt gut 13 % weniger Sojabohnen. Für das zweite Quartal wird einen Exportrückgang Chinas um 20 % erwartet, für 2020 um 12 %. In China hatte im letzten Jahr die Afrikanische Schweinepest die Schweinebestände um 60 % dahingerafft. Dann folgte die Covid19-Pandemie mit extremen Fleischverbrauchsrückgang von 30 % im März in Nordamerika.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

305,00

302,00

Hamburg

343,00

329,00

303,00

299,00

Mainz

365,00

342,00

312,00

309,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

Brasiliens Wirtschaft verschafft sich Wettbewerbsvorteile
Wie lang der Verbrauchsrückgang andauern wird, ist kaum zu sagen. Dies hängt davon ab, wie schnell Ausgangs- und Kontaktsperren wieder aufgehoben werden. In den USA hat die Trump ein dreiphasiges Lockerungsprogramm zur Corona-Krise verkündet, zunächst mit Öffnung von Restaurants, Kinos und Kirchen. In Phase zwei sollen Schulen wieder geöffnet und es darf gereist werden. In Phase 3 können Arbeitnehmer wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die US-Gouverneure werden bevollmächtigt, dieses Programm anzupassen. Im Bundesstaat New York dürfte es noch Wochen dauern, bis der Alltag wieder zurückkehrt. In den Metropolen konzentriert sich aber der Verbrauch. Dennoch boomt Brasiliens Sojaexport. Der Verband für Getreide- und Ölsaatenexporte ANEC veranschlagte die Sojaexporte im April auf 14,5 Mio. mt, was den Märzexport von 12,6 Mio. mt übertreffen würde. ANEC sagte, dass 72 % der Sojabohnenexporte im März nach China gingen. Durch starke Kursabwertungen beim Real verschaffte sich Brasiliens Wirtschaft erhebliche Wettbewerbsvorteile.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

705

Rapsöl FOB Hbg.

798

800

Palmöl CIF Rott. USD

540

607

Sonnenblumenöl USD FOB

745

738

Quelle: Handel

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