Sojabohnen: Nachschub aus Argentinien versiegt

27. März 2020 um 16:02 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der Sojabohnenmarkt erhielt nur vordergründig einen Dämpfer. Gewinnmitnahmen der US-Fonds setzten die Kurse in Chicago unter Druck. Die Covid19-Pandemie scheint den Exportbetrieb in Argentinien vollständig lahmzulegen. Die Preise für Sojaschrot sind explodiert. Der Preisanstieg ist für die Mischfutterindustrie bereits ruinös, kann die Preissteigerung nicht unmittelbar an Lieferkunden weitergegeben werden.

Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt legte erneut um 1 % zu. US-Sojaschrot verzeichnete in Chicago sogar Kursgewinne von 2,3 %. Dabei unterstützte der Wochenexport von US-Sojabohnen mit 904.300 mt, um 43 % über der Vorwoche, den Markt, davon entfielen jedoch nur 199.300 mt auf China. Doch dies könnte sich schnell ändern. Denn chinesische Verarbeitungsbetriebe wollen vermehrt auf US-Ursprünge zurückgreifen, weil sich die Liefersicherheit von Argentinien, auch vermehrt aus Brasilien, extrem verschlechtert hat. In Argentinien haben mehr als 70 Kommunen strenge Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus durchgesetzt, indem sie Transportwege penibel kontrollieren, damit auch Lieferung von Sojabohnen an die Verarbeitungsbetriebe derart verzögern, dass Verarbeitungsrückstände auftreten, sodass Exportlieferungen nicht mehr termingerecht ausgeführt werden können. Nun liegen in Argentinien ohnehin viele Ölmühlen brach, seitdem China im Sommer 2018 hohe Strafzölle auf US-Sojabohnen erhob, was die Sojapreise in den Keller trieb, Ölmühlen daher dort wegen fehlender Margen eine große Zahl der Belegschaft entlassen musste. Zusätzlich müssen Ölmühlen dort hohe Exportsteuern auf Sojaprodukte verkraften, um das Staatsdefizit Argentiniens zu verkleinern. Dies treibt immer mehr Ölmühlen in die Insolvenz. Die Covid19-Pandemie könnte den argentinischen Sojaexport vollends lahmlegen. Auch Brasiliens Sojaexporteure haben mit den Folgen der Covid19-Pandemie zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund rückt US-Sojaschrot bei den großen Importeuren, allen voran China, verstärkt als Alternative in den Fokus.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

351,00

333,00

316,00

Hamburg

366,00

350,00

326,00

316,00

Mainz

377,00

360,00

332,00

322,00

Straubing

400,00

374,00

346,00

337,00

Quelle: Handel

Handel muss Soja aus den USA beziehen  
Auch der EU-Sojamarkt ist von rückläufigen Importen aus Argentinien und Brasilien betroffen. Dies wird sich auch im April durch geringere Schiffsankünfte zeigen, hieß es beim Handel. Der Großhandel muss verstärkt aus US-Sojabohnen und Schrot zurückgreifen. Dadurch hat sich Sojaschrot weiter um 2 bis 3 EUR/mt verteuert. Der Preisanstieg ist für die Mischfutterindustrie bereits ruinös, kann die Preissteigerung nicht unmittelbar an Lieferkunden weitergegeben werden.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

730

Rapsöl FOB Hbg.

770

770

Palmöl CIF Rott. USD

603

618

Sonnenblumenöl USD FOB

685

685

Quelle: Handel

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