Sojabohnen: Leichte Preisimpulse nach oben

22. April 2020 um 16:40 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt überraschte mit gestiegenen Notierungen für Bohnen, Schrot und Öl. Präsident Donald Trump will der US-Ölindustrie mit Milliarden Staatshilfen unter die Arme greifen. China kaufte endlich Sojabohnen in den USA. Erste Schlachtbetriebe öffnen wieder seit der Schließung vor zwei Wochen. In Westeuropa könnten nachgebende Schweinepreise den Sojamarkt belasten.

Sojabohnen legten in Chicago am Nachmittag mit 8,36 USD/Bushel um 2,4 % zu. US-Sojaschrot stiegen um 0,8 %, Sojaöl in Chicago um 1,0 %. Das USDA meldete einen Exportverkauf von 198.000 mt US-Sojabohnen nach China. Leichte Kurserholung beim Rohöl sorgte für steigende US-Sojakurse. US-Präsident Donald Trump will der US-Ölindustrie mit Milliarden Staatshilfen unter die Arme greifen. Dazu hatte Trump seinen Energieminister und Finanzminister beauftragt, einen Plan auszuarbeiten, hieß es im Tweed. Wenig optimistisch blieb Chinas Ausblick auf die Schweinefleischversorgung im zweiten Quartal. Chinas Schweinefleischproduktion ging im 1. Quartal 2020 gegenüber Vorjahr um 29 % zurück. Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest könnte im September den Zenit erreichen. Während in den USA nach Smithfield Foods, Cargill und JBS, viele Schlachtunternehmensstandorte wegen Fleischkonsumausfälle durch die Covid19-Pandemie schließen mussten, nahm Tyson Foods seinem Schlachtbetrieb in Columbus Junction in Teilbereichen wieder auf. Das Werk war mit 1.400 Mitarbeitern für zwei Wochen stillgelegt worden. Wegen vieler Schließungen kamen Gerüchte auf, dass das Fleischangebot stark gesunken sei und zu Engpässen führen könnte, dem Kanadas Regierung widersprach.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

299,00

298,00

Hamburg

337,00

322,00

296,00

295,00

Mainz

359,00

336,00

309,00

307,00

Straubing

386,00

361,00

327,00

325,00

Quelle: Handel

Schwächelnde Schweinefleischnachfrage contra Verteuerung von Sojaschrot
In Westeuropa legte Sojaschrot dollarbedingt schwach zu. Der hiesige Handel ging davon aus, dass die Sojabohnen wieder nachgeben könnten, weil die US-Farmer verstärkt vom Maisanbau auf die Bohne wechseln könnten. Unterdessen ist die Ernte in Brasilien fast abgeschlossen und kommt in Argentinien mit 38 % Fortgang gut voran. Nicht so krass wie in Nord- und Südamerika, entwickelt sich der Schlachtschweinemarkt auch in Westeuropa mittlerweile abwärts, nach dem der Gastrobereich stark eingebrochen ist, wegen der Covid19-Pandemie viele Großveranstaltungen abgesagt wurden und vielerorts keine Reisen gebucht werden können. Die gute Exportnachfrage nach China im Vorjahr hat unter der Pandemie stark gelitten, konnten dort nicht einmal genügend Kühlcontainer für den Abtransport von tiefgefrorenem Schweinefleisch in die Metropolen Chinas bereitgestellt werden. Auch deshalb haben große Schlachtunternehmen die Hauspreise gesenkt, was die Ertragslage bei den Mastbetrieben verschlechterte und zu niedrigen Einstallungen führen könnte. Mit 1,84 EUR/kg Schlachtgewicht lag der Schweinepreis an der ISN-Börse heute noch vergleichsweise im grünen Bereich, wenn man damit die Preisabstürze in den USA vergleicht.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

665

710

Rapsöl FOB Hbg.

795

800

Palmöl CIF Rott. USD

540

560

Sonnenblumenöl USD FOB

740

740

Quelle: Handel

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