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Sojabohnen: Covid19-Pandemie straft Lockdown-Lockerungen massiv ab

17. Juni 2020 15:00, Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA verbuchten die Sojabohnen spürbare Kursverluste, als sich Gerüchte über höhere Sojakäufe Chinas am Dienstag nicht bestätigten. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. US-Broker warnen vor rekordhohen Neuinfektionen beim Coronavirus, was auch die Schlachtbranche erneut treffen könnte. Für Schlagzeilen sorgt das Schlachtunternehmen Tönnies mit Neuinfektionen bei Mitarbeitern.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Mittag mit 8,66 USD/Bushel um 0,7 % niedriger als gestern. Sojaschrot sank um 0,4 %, Sojaöl um 0,5 %. In den USA sorgten moderate Wetterentwicklung mit Niederschlägen für eher schwache Kursverläufe in Chicago. Die Tatsache, dass China keine weiteren Sojaimporte in den USA tätigte sorgte für Kursdruck. Zuletzt kamen Gerüchte auf, China hätte am Dienstag doch noch Sojabohnen gekauft, die aber aus ganz anderem Grund ins Hintertreffen gerieten. US-Broker schlugen Alarm, wegen rekordhoher Neuinfektionen mit dem Coronavirus in sechs US-Bundesstaaten, nachdem Lockerungen der Lockdowns mit Wiedereröffnung von Geschäften, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen die Infektionszahlen stark hochtrieben. Arizona, Florida, Oklahoma, Oregon und Texas meldeten alle Rekordsteigerungen bei Neuinfektionen, nachdem sie letzte Woche Allzeithochs verzeichnet hatten. Nevada meldete gestern die höchste Tageszahl von Neuinfektion. Dies könnte sich erneut negativ auf geringeren Fleischverbrauch in den USA niederschlagen, befürchteten US-Broker. Daher treffen die neuen Schätzungen zum Tiefkühlfleischverbrauch in den USA auf großes Interesse, die noch nicht verfügbar waren. Experten erwarten dabei, dass die Tiefkühlbestände für US-Schweinefleisch per Ende Mai um 5,7 Prozent und bei Rindfleisch um 6,8 Prozent zum Vormonat sinken dürften, was einen Wiederanstieg des US-Fleischverbrauchs bedeuten würde. Ob die Erwartungen zutreffen, dürfte sich morgen zeigen.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

292,00

291,00

292,00

Hamburg

290,00

287,00

285,00

287,00

Mainz

300,00

299,00

298,00

301,00

Straubing

319,00

318,00

318,00

320,00

Quelle: Handel

Covid19-Infektionen nun auch bei Tönnies
In Holland und Deutschland tendierte Sojaschrot stabil, obwohl der gefallene Eurokurs für etwas festere Tendenz geführt hätte können. Die Nachfrage wurde als eher mäßig bezeichnet. De Mischfutterindustrie soll noch ausreichend Bestände halten, hieß es. Negative Schlagzeilen lieferte dagegen die Schlachthof-Branche. Nachdem vor Wochen das Unternehmen Westfleisch am Standort Coesfeld von der Corona-Pandemie stark betroffen war und den Standort zeitweise schließen musste, gab es nun auch Infektionen bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach sollen übers Wochenende 46 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden sein, zuletzt sogar 400 Test positiv ausgefallen sein. Der Standort muss vorübergehend geschlossen werden. Bei der Westfleisch In Coesfeld konnte der Schlachtbetrieb nach schrittweisen Anhebungen und Berücksichtigung von Hygiene- und Abstandsregeln die Schlachtungen wieder auf mehr als zwei Drittel der normalen Tagesmenge hochfahren. 

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

735

720

Rapsöl FOB Hbg.

842

837

Palmöl CIF Rott. USD

610

590

Sonnenblumenöl USD FOB

805

795

Quelle: Handel

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