Sojabohnen: Corona-Virus legt den Export Argentiniens lahm

26. März 2020 um 17:50 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der Sojabohnenmarkt erhielt nur vordergründig einen Dämpfer. Gewinnmitnahmen der US-Fonds setzten die Kurse in Chicago unter Druck. Die Covid19-Pandemie scheint den Exportbetrieb in Argentinien lahmzulegen. Die Preise für Sojaschrot sind explodiert. Der Preisanstieg ist für die Mischfutterindustrie bereits ruinös, kann die Preissteigerung nicht unmittelbar an Lieferkunden weitergegeben werden.

Der US-Sojabohnenmarkt verzeichnete im Handelsverlauf Kursverluste von gut 2 %, US-Sojaschrot von 3 %. Gewinnmitnahmen in Chicago und letztlich doch Enttäuschungen darüber, dass China tatsächlich nur 199.300 mt Sojabohnen im Wochenexport realisierte, gaben hierfür den Ausschlag. Dabei lag der Wochenexport für US-Sojabohnen mit 904.300 mt aber um 43 % über der Vorwoche und auch beträchtlich über dem Vierwochendurchschnitt. Vor allem waren Lieferunterbrechungen in Argentinien ein wesentliches Thema, stellt der weltgrößte Produzent von Sojaschrot zunehmend mehr Lieferungen und Exporte ein, soll eine große Ölmühle wegen der andauernden Wirtschaftskrise in Argentinien in Insolvenz geraten sein. Im Zuge der Corona-Krise leiden viele Ölmühlen Argentiniens unter großen Engpässen bei der Rohstoffbeschaffung. Laut Handel könnten sich dadurch die globalen Handelsströme bei Sojabohnen und Sojaschrot stärker nach Brasilien und in die USA verschieben, hieß es aus US-Brokerkreisen.  Aber auch Brasiliens Sojaexporteure haben mit den Folgen der Covid19-Pandemie zu kämpfen. Während Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, die Covid19-Pandemie als kleine Erkältung herunterspielte, erließ der Bundesstaat Sao Paulo für 40 Millionen Menschen weitgehende Ausgangsbeschränkungen, um die Pandemie einzudämmen. Vor diesem Hintergrund rückt US-Sojaschrot bei den großen Importeuren, allen voran China, verstärkt als Alternative in den Fokus.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

348,00

329,00

313,00

Hamburg

362,00

346,00

322,00

313,00

Mainz

374,00

357,00

329,00

320,00

Straubing

400,00

374,00

346,00

337,00

Quelle: Handel

Sojaschrotpreise sind explodiert
Die Preise für Sojaschrot sind explodiert. Gut 28 EUR/mt teurer als letzte Woche war Sojaschrot (LP) in Hamburg, sogar 43 EUR/mt höher in Mainz und um 60 EUR/mt gestiegen in Straubing. Der Preisanstieg ist für die Mischfutterindustrie bereits ruinös, kann die Preissteigerung nicht unmittelbar an Lieferkunden weitergegeben werden. Bei Sojabohnen und Sojaschrot ist wegen zurückgehender EU-Importe mit kleinerem Angebot auch in den nächsten Wochen zurechnen. Dies wird sich auch im April durch geringere Schiffsankünfte zeigen, hieß es beim Handel. Bei vergleichsweise geringen physischen Beständen ist die Mischfutterindustrie anfällig für Lieferunterbrechungen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

730

710

Rapsöl FOB Hbg.

770

770

Palmöl CIF Rott. USD

618

600

Sonnenblumenöl USD FOB

685

685

Quelle: Handel

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