Sojabohnen: Comeback für US-Soja nach China - Brasilien trotzdem preiswerter

11. Mai 2020 um 16:42 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt zog weiter an. Hintergrund sind neue Sojakäufe Chinas in den USA. Die Einigung mit China über eine Zwischenlösung im Phase-1-Deal bis 7. August stützte den Sojamarkt. Auch kündigte US-Präsident Donald Trump an, die USA würden Milchprodukte, Fleisch und andere Produkte im Wert von 3 Milliarden US-Dollar kaufen, um US-Farmer zu stützen. Jedoch bleiben Brasiliens Sojabohnen preiswerter als US-Ursprünge.

US-Sojabohnen legten in Chicago mit 8,49 USD/Bushel um 0,8 % zu. Sojaschrot stieg um 1,2 %, Sojaöl um 1,1 %. In den USA stützten erwartete Frosteinbrüche im nördlichen MidWest den Markt. In den USA sorgte der Kauf von 120.000 mt Sojabohnen noch am Freitag vermutlich nach China für positive Signale. Dann gab es Hinweise vom Handel, dass China vier weitere Schiffe US-Sojabohnen gekauft hätte. Letzte Woche fanden Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und Chinas über die Umsetzung des Phase-1-Abkommens statt, bei denen beschlossen wurde, dass die USA vorübergehend bis 7. August 2020 die Zölle auf 146 chinesische Waren zurücknehmen, China dagegen strikt seine Importverpflichtungen erfüllen soll. Auch übte der morgige WASDE-Report Einfluss auf den Markt. Die Bloomberg-Umfrage beim Handel ergab, dass die US-Sojabohnen-Endbestände für 2019-20 mit 495 Mio. Bushel um 3,1 % die Aprilprognose von 480 Mio. Bushel übertreffen könnten. Der US-Sojaanbau 2020 wurde vom USDA bisher auf 83,5 Mio. Acres taxiert, Handelsumfragen zufolge wird mit 84,7 Mio. Acres eine größere Aussaatfläche erwartet. Im Vorjahr betrug die US-Sojaanbaufläche 76,1 Mio. Acres. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die USA würden Milchprodukte, Fleisch und andere Produkte im Wert von 3 Milliarden US-Dollar von Farmern kaufen, um die Verluste wegen verminderter Verkäufe auszugleichen.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

304,00

296,00

296,00

Hamburg

308,00

301,00

294,00

291,00

Mainz

324,00

313,00

305,00

308,00

Straubing

342,00

331,00

323,00

323,00

Quelle: Handel

Brasiliens Sojabohnen bleiben preiswerter als US-Ursprünge
Auch erwarten Analysten eine Korrektur der Ernteprognosen für Lateinamerika. In Argentinien könnte die Schätzung um 0,8 Mio. auf 51,2 Mio. mt, für Brasilien um 1,5 Mio. auf 123 Mio. t nach unten revidiert werden. Laut brasilianischem Handelsministerium exportierte das Land von Januar bis April 2020 gut 34,5 Mio.mt Sojabohnen, wobei allein im April mit 16,3 Mio. mt Sojabohnen so viel Bohnen ausgeführt wurden, wie nie zuvor. Der Export nach China stieg um 28,5 %. Nach Angaben des Beratungsunternehmens ARC Mercosul lag der Preis für Sojabohnen Ende letzter Woche im Hafen von Paranagua für Lieferung im Juni bei 332,70 USD/mt, im Vergleich zu 335,10 USD/mt für US-Sojabohnen am US-Golf. Für Liefertermin Juli wurden fob Paranagua 336,70 USD/mt gegenüber 337,70 USD/mt Fob US-Golf genannt.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

680

Rapsöl FOB Hbg.

830

805

Palmöl CIF Rott. USD

527

517

Sonnenblumenöl USD FOB

730

720

Quelle: Handel

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