Sojabohnen: Comeback für US-Handelsbeziehungen mit China

23. März 2020 um 16:31 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO. FRANKFURT. Der Sojabohnenmarkt ging in die nächste Preisrunde mit erneutem Anstieg von über 2 %. Beim US-Handel wuchsen Exporthoffnungen nach China, nachdem Peking erste Importkäufe in den USA tätigte. China ist wieder am Markt, dass zeigte in den USA volle Wirkung. Das Desaster bei der US-Ethanolerzeugung stützte zusätzlich den Sojamarkt, ist die Branche dazu gezwungen, den Futterbestandteil DDGS durch Soja zu strecken. Südamerikas Hafenarbeiter blockieren den Sojaexport. Der weiter gefallene Eurokurs katapultierte den Sojaschrotpreis noch zusätzlich nach oben.

Der Sojamarkt baut seine Kursgewinne deutlich aus. Mit einem Kursanstieg um 2,1 % auf 8,72 USD/Bushel wuchsen beim US-Handel Hoffnungen darüber, dass sich der Sojamarkt doch stärker nach oben entwickelt als bisher angenommen wurde. Den Kauf von 120.000 mt US-Sojabohnen, 750.000 mt Mais und 340.000 mt Weizen Chinas feierte der US-Handel als Comeback für den Phase-1-Deal, auch wenn die Furcht vor dem Coronavirus auch vor den USA mit über 35.000 Infizierten keinen Halt machte. In der USA muss jeder dritte Amerikaner zu Hause bleiben, um die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie zu verlangsamen. Dämpfend wirkte die Tatsache, dass sich in den USA der US-Senat nicht auf ein Rettungspaket zur Linderung der Pandemie-Folgen einigen konnte. Der Rohölmarkt ist weiter gefallen und notierte am Morgen bei der Rohölsorte Brent mit 26,3 USD/Barrel und 22,9 USD/Barrel erneut um 3,3 bzw. 3,4 US-Dollar niedriger. Dies drückt zwar über Ethanol den Maispreis. Sojabohnen profitieren aber von der Entwicklung, weil die Ethanolproduktion stark einbricht und DDGS-Vorräte (Dried Distillers Grains with Solubles) kräftig schrumpfen, was deren Preise derzeit weltweit nach oben befördert. Die Konkurrenz zu Soja treibt wiederum Sojaschrot und auch andere Ölschrote.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

354,00

336,00

314,00

306,00

Hamburg

353,00

336,00

314,00

306,00

Mainz

358,00

344,00

323,00

314,00

Straubing

381,00

362,00

341,00

332,00

Quelle: Handel

Südamerikas Hafenarbeiterstreiks blockieren Export
War der Handel Brasiliens davon ausgegangen, dass die brasilianischen Hafenarbeiterstreiks wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Covid19 kurzfristig beigelegt werden können, hat die brasilianische Hafenarbeitergewerkschaft, die letzte Woche etwa 5.000 autonome Arbeitnehmer vertrat, ihre Mitglieder aufgefordert, darüber abzustimmen, ob sie wegen Bedenken hinsichtlich des Coronavirus-Risikos in Lateinamerikas größtem Hafen streiken sollen. Gleiches gilt für ihre Familien und die Gemeinde in der Region Santos, sagte Rodnei Oliveira da Silva, Präsident der brasilianischen Hafenarbeitergewerkschaft. Dies hatte zur Konsequenz, dass die Ladezonen in Paranaguá und Santos temporär besetzt waren, kaum Sojabohnen für den Export verladen wurden. Dies führte zu geringerem Sojabohnenangebot aus Südamerika. Der auf unter 1,07 USD/EUR gefallene Eurokurs verteuerte wiederum Sojaimporte in die EU. Folge war ein kräftiger Preisanstieg bei Sojaschrot.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

685

Rapsöl FOB Hbg.

780

790

Palmöl CIF Rott. USD

630

630

Sonnenblumenöl USD FOB

685

690

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Öle
12.08.2026
ANKARA. Vertreter der türkischen Branche sind empört über den zusätzlichen Einfuhrzoll, der in den USA auf Olivenöl erhoben wird. Die Produktion und der Export stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Preise sind zudem unverhältnismäßig hoch.