Sojabohnen: Chinas offensichtliche Strategie

8. Juni 2020 um 16:49 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt gab wieder etwas. Im Fokus stand die Importentwicklung bei Soja nach China, die vom Umfang her auf Hamsterkäufe schließen lässt. China deckt sich mit Soja ein. Dahinter steckt sicher die Strategie, sich im Herbst nicht in Anhängigkeit von der US-amerikanischen Sojaernte zu begeben, die dann vom Angebot den Weltmarkt bis zur kommenden Sojaernte Brasiliens im März dominieren dürfte.

US-Sojabohnen tendierten in Chicago am Nachmittag mit 8,65 USD/Bushel um 0,6 % schwächer als gestern. Sojaschrot sank um 0,5 % zu, Sojaöl stieg um 0,9 %. Zunächst setzten Gewinnmitnahmen die Kurse unter Druck, hieß es beim Handel. Denn die US-Sojaexporte entwickelten sich überraschend gut nach China, dies trotz des schwelenden Hongkong-Konflikt mit Peking. Laut Handel exportierten die USA letzte Woche 1,026 Mio. mt Sojabohnen nach China und unbekannte Destinationen, die ebenfalls China betreffen könnten. Besonders die Exportentwicklung Brasiliens könnte wichtige Rückschlüsse für den Markt zulassen. Denn wie aus Zolldaten Brasiliens hervorgeht, wurden in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres 49,2 Mio. mt Soja aus dem südamerikanischen Land exportiert, fast 40 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Mai führte Brasilien 15,5 Mio. mt Soja aus, was gegenüber dem Vorjahresmonat ein Anstieg um 55 % bedeutete. Gut 73 % der brasilianischen Sojaexporte gingen nach China. Maßgebend war die Schwäche beim brasilianischen Real. Neben Sojaexporten konnte sich auch die brasilianische Fleischbranche über steigende Auslandsnachfrage freuen. So verzeichneten die Schweinefleischausfuhren des Landes in den ersten vier Monaten 2020 ein Wachstum um 29 % auf 280.800 t. Dies trotz besorgniserregender Neuinfektionen und Sterbefälle wegen Covid19 in Brasilien. Laut brasilianischer Regierung hat der Sojaexport maßgeblich dazu beigetragen, dass im Agrarsektor im 1. Quartal 2020 das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 % gegenüber dem vorherigen zugelegt hat.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

291,00

289,00

293,00

Hamburg

291,00

287,00

285,00

287,00

Mainz

300,00

299,00

297,00

301,00

Straubing

318,00

317,00

315,00

319,00

Quelle: Handel

China deckt sich mit Soja ein
Experten rechnen damit, dass China noch 20 Mio. mt Sojabohnen in den USA zur Lieferung von September bis Januar kaufen muss, um den wachsenden Futtermittelbedarf für Schweine zu decken. Trotz erheblicher Mengen an Sojabohnenverarbeitung von gut 2 Mio. mt pro Woche stiegen die Sojabohnenbestände in China mit 5,4 Mio. mt auf den höchsten Stand seit September letzten Jahres, 1,45 Mio. mt mehr als im Vormonat. Zudem sollen von Juni bis August bedeutende Liefermengen von brasilianischen Sojabohnen in China eintreffen. Die Lagerbestände an Sojaöl und -mehl steigen kräftig zu, was auf eine baldige Sättigung des Marktes hindeuten und die Kaufaktivität bald verringern könnte.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

735

730

Rapsöl FOB Hbg.

836

834

Palmöl CIF Rott. USD

597

585

Sonnenblumenöl USD FOB

800

800

Quelle: Handel

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