Sojabohnen: Chinas Lagerbestände schrumpfen stark

8. April 2020 um 17:54 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Sojabohnenmärkte zeigten einen regelrechten Schlingerkurs, der auf unterschiedliche Einflussfaktoren wie die Entwicklung der US-Sojabohnenendbestände, dem Stand am Rohölmarkt und der südamerikanischen Sojaernten zurückzuführen war. Nach Meinung des Handels versucht China als wesentlicher Hauptimporteur für Sojabohnen das Preisniveau niedrig zu halten. Doch die Sojavorräte Pekings schrumpfen, die Regierung muss auf nationale Lagerbestände zurückgreifen.

Sojabohnen notierten in Chicago mit 8,54 USD/Bushel um 0,9 % niedriger als am Vortag. Auch US-Sojaschrot tendierte am Abend um 1 % schwächer. US-Sojaöl hielt sich dagegen auf Vortagsniveau. In den USA machten Gerüchte die Runde, dass Chinas Sojabestände wegen Lieferverzögerungen Argentiniens und Brasiliens besorgniserregend geschrumpft wären und das Peking sehr bald Sojabohnen nachkaufen muss, um die Versorgung im Lande zu gewährleisten. Laut US-Handel wären die Sojabohnenbestände Chinas per 27. März bei den Ölmühlen um 29,4 % auf 2,5 Mio. mt eingebrochen. Die Sojanotierungen wären in vier von fünf Handelstagen an der Dalian Commodity Exchange auf über 4.800 Yuan gestiegen. Peking soll 500.000 mt Sojabohnen aus Lagerbeständen freigeben haben, die wieder aufgefüllt werden müssten. Auch die Zollbefreiung für US-Sojabohnen wurde bis Mai verlängert. Die USA haben im Februar aber nur 2,76 Mio. mt Sojabohnen exportiert, dies war der niedrigste Wert in einem Februar seit 2009. Davon gingen nur 471.761 mt nach China. Mit Blick auf den morgigen WASDE-Report erwartet der Handel US-Sojabohnenbestände von 430 Mio. Bushel, gegenüber 425 Mio. im Vormonat. Dies schlug sich auf niedrigen Sojakursen in Chicago nieder.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

308,00

305,00

Hamburg

345,00

333,00

309,00

303,00

Mainz

370,00

350,00

316,00

312,00

Straubing

405,00

381,00

345,00

335,00

Quelle: Handel

Brasiliens Farmer profitieren von „Real“-Abwertung
Dennoch könnte der morgige WASDE-Report auch bullishe Signale für den Sojamarkt enthalten. Denn im Vorgriff auf den WASDE-Report veröffentlichten die Getreidebörsen Argentiniens und Analysten niedrigere Ergebnisse für die südamerikanischen Sojaernten. Die Getreidebörse in Buenos Aires senkte infolge einer fast einmonatigen Dürre ihre Prognose zur argentinischen Sojaernte von 52 Mio. mt auf zuletzt 49,5 Mio. mt. Für Brasilien hatte INTL FCStone seine Schätzung auf nur 120,1 Mio. mt reduziert, im Vergleich zu 123 Mio. mt im WASDE-Report von März. Der Preisrückgang bei Sojaschrot wird durch ein wieder steigendes Angebot bei Soja aus Südamerika gestützt. Laut Analyst Dr. Cordonnier laufen die Verladungen an den Seehäfen in Santos und Paranagua noch verzögert, was zu erhöhten Liegekosten der Schiffe geführt hat. In Brasilien hat die Abwertung des Reals um 12 % zum US-Dollar in den letzten vier Wochen die Inlandspreise für Sojabohnen nach oben getrieben. Preisentscheidend wird sein, ob China bald Soja-Nachkäufe tätigt oder noch abwarten kann.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

710

695

Rapsöl FOB Hbg.

793

784

Palmöl CIF Rott. USD

615

610

Sonnenblumenöl USD FOB

730

700

Quelle: Handel

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