Sojabohnen: China kauft zehn Soja-Schiffe in Brasilien

28. Mai 2020 um 15:52 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt fiel in Abwärtstrend, nachdem bekannt wurde, dass China zehn Schiffsladungen Sojabohnen in Brasilien gekauft hatte und damit sich auch hohe Exporthoffnungen des US-Handels nach China in Schall und Rauch auflösten. Dies deutet auf eine weitere wachsende Kluft zwischen den USA und China hin, die zuletzt auf Gesetzesverschärfungen in Hongkong zurückzuführen ist.

US-Sojabohnen gaben in Chicago am Nachmittag um 1,2% auf 8,40 USD/Bushel gegenüber gestern nach. Sojaschrot sank um 0,8 %, Sojaöl stieg um 0,6 %. Entgegen den Erwartungen kam der US-Handel bei Sojaexporten nach China nicht zum Zug, die letztwöchigen Gerüchte über den avisierten Kauf von zehn Schiffen US-Sojabohnen lösten sich in Schall und Rauch auf. Obwohl die brasilianische Währung wieder deutlich zulegte und eine hohe Covid19-Infektionsrate Brasiliens Wirtschaft und auch den Betrieb der Lagezonen in den Exporthäfen wie Paranagua stark belastete, erhielt Brasilien den Zuschlag. Laut Nachrichtendienst Bloomberg hat China diese Woche über 10 Schiffs-Ladungen brasilianischer Sojabohnen gekauft. Dies deutet auf eine weitere wachsende Kluft zwischen den USA und China hin, die auf den Hongkong-Konflikt zurückzuführen ist. Peking beabsichtigt viele Sonderrechte abzuschaffen oder zu untergraben. Die USA haben indes bei den Vereinten Nationen eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats über Chinas Pläne für ein umstrittenes Sicherheitsgesetz für Hongkong beantragt. Angeblich unterstützt die US-Regierung bereits den Rückzug US-amerikanischer Unternehmen in Hongkong und China zurück in die USA.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

291,00

290,00

292,00

Hamburg

291,00

286,00

286,00

286,00

Mainz

303,00

299,00

298,00

300,00

Straubing

328,00

323,00

322,00

322,00

Quelle: Handel

Soja-Exportboom Brasiliens
Die Export-Etwicklung Brasiliens bleibt rasant. Das Land hatte im April mit 5,939 Mio. mt gut 2,6 % mehr Sojabohnen nach China verschifft als im gleichen Vorjahreszeitraum. Für Mai ging der Handel bereits davon aus, dass die Menge auf bis zu 10 Mio t steigen könnte. Zudem wäre Brasilien auf bestem Weg, von März bis Mai mehr als 40,0 Mio mt Sojabohnen zu exportieren. Der letzte Rekord für diesen Zeitraum lag bei 33,6 Mio mt. Fraglich ist jedoch, wie lange Brasilien dieses Tempo beibehalten kann. Bis zur Monatsmitte stützte ein niedriger brasilianischer Real den Export, danach legte der Real gegenüber dem US-Dollar kräftig zu. Auch hatte die COFCO Zweifel darüber geäußert, dass China wegen gut gefüllter Lagerräume von Juli bis August überhaupt noch höhere Sojamengen aufnehmen kann. China kann, sonst hätte Peking nicht gekauft. Obwohl Chinas Sojabohnenimporte im April mehr als 6,7 Mio. mt erreichten, ging die aus den USA erworbene Menge im Vergleich zu April 2019 um 62 % zurück, sagte der Handel. Dies dürfte den US-Sojamarkt vorerst schwächen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

725

725

Rapsöl FOB Hbg.

836

827

Palmöl CIF Rott. USD

575

530

Sonnenblumenöl USD FOB

785

765

Quelle: Handel

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