Sojabohnen: China kauft – aber zu wenig, meint der Handel

14. Mai 2020 um 15:35 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt zeigte herbe Kursverluste in Chicago, nachdem die US-Sojabohnenaussaat sehr gut voran kam, das USDA eine um 16 % höhere Sojabohnenernte in den USA erwartet, auch die Anbauexpansion in Brasilien anhält. Der US-Sojaexport blieb im Rahmen der Erwartungen. Der NOPA-Crush soll erneut ein hohes Ergebnis liefern. In Deutschland belastet das Corona-Szenario bei Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und den Futtermittelsektor. Beim Marktführer Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gab es bisher keine Corona-Virus-Fälle im Unternehmen.

US-Sojabohnen brachen in Chicago am Nachmittag mit 8,36 USD/Bushel um 1,6 % zum Vortag ein. Sojaschrot stieg dagegen um 0,4 %, Sojaöl sank um 0,4 %. Der vom USDA veranschlagte Anstieg der US-Sojabohnenernte auf 112,26 Mio. mt, gut 16,0 % über Vorjahr, hinterließ beim Handel fallende Preiserwartungen, wenn auch laut USDA die US-Sojaexporte im kommenden Wirtschaftsjahr wieder auf 55,75 Mio. mt ansteigen sollen, nach 45,59 Mio. mt in der laufenden Saison. In Brasilien soll die Sojabohnenproduktion weiter steigen. Nach 124 Mio. mt in diesem Jahr erwartet das USDA eine Produktion von 131 Mio. mt in der kommenden Kampagne. Diese Rahmenbedingungen ließen angesichts verminderten Exportmengen wegen der Covid19-Pandemie wenig Spielraum für Optimismus. Der Wochenexport bei US-Sojabohnen lag mit 655.500 mt für 2019-20 relativ unverändert zur Vorwoche, aber 13 % über dem vierwöchigen Mittel. Der Wochenexport für 2020-21 war mit 473.800 mt um 8 % höher. Auf China entfielen 274.900 mt Sojabohnen zur laufenden und 73.400 mt zur kommenden Saison. Der US-Sojaschrotexport blieb mit 101.400 mt um 27 % unter dem Mittel. Dies stützte den US-Sojamarkt aber wenig.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

304,00

297,00

298,00

Hamburg

306,00

302,00

293,00

291,00

Mainz

318,00

313,00

306,00

308,00

Straubing

337,00

331,00

324,00

325,00

Quelle: Handel

Keine Corona-Virus-Infektionen bisher bei Tönnies
Laut Reuters-Umfrage wird der NOPA-Report in den USA voraussichtlich für April einen Soja-Crush von 170,483 Mio. Bushel zeigen. Würde dies realisiert, wäre dies die höchste US-Sojaverarbeitung in einem April-Monat, aber ein Rückgang von 6,6 % gegenüber März. Das USDA senkte seine Prognose zur US-Schweinefleischproduktion 2020 von 29,035 auf 27,436 Mrd.mt. Nach Quartalen würde sich danach eine Produktion von minus 8,8 % im zweiten Quartal, von plus 2,9 % im dritten Quartal und von minus 5,4 % im vierten Quartal ergeben, was auf unterschiedliche Aufstallungen zurückzuführen ist. Die Zahl der US-Schweineschlachtungen ist wieder leicht angestiegen. In Deutschland waren nach Corona-Fällen im Westfleisch-Schlachthof Coesfeld, bei Müller-Fleisch in Baden-Württemberg sowie bei Vion in Schleswig-Holstein, weitere Infektionsfälle und Schlachthofschließungen befürchtet worden. Entwarnung gab es beim Marktführer Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, wo bis gestern 880 Laborbefunde negativ ausfielen, mehr als 7.000 Beschäftigte getestet werden. Die Preise für Schweinefleisch sind von 1,70 letzte Woche auf 1,60 EUR/kg SG gefallen. Dies belastet auch den Futtermittelabsatz.   

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

685

Rapsöl FOB Hbg.

823

823

Palmöl CIF Rott. USD

525

520

Sonnenblumenöl USD FOB

735

735

Quelle: Handel

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