Sojabohnen: Brasiliens Farmer vergolden ihre Sojabohnen

23. April 2020 um 16:23 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt überraschte erneut mit gestiegenen Notierungen für Bohnen, Schrot und Öl. Präsident Donald Trump will der US-Ölindustrie mit Milliarden Staatshilfen unter die Arme greifen. China kaufte erneut Sojabohnen in den USA. Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump der US-Marine befohlen hat, im Fall gezielter Störungen im Persischen Golf, iranische Patrouillenboote zu versenken, stützte den Rohölkurs. Brasiliens Farmer vergolden ihre Sojabohnen.

Sojabohnen legten in Chicago am Nachmittag um 1 % auf 8,45 USD/Bushel zu. US-Sojaschrot stieg um 0,7 %, Sojaöl um 3,6 %. Das USDA meldete einen Exportverkauf von 272.000 mt US-Sojabohnen nach China, nachdem bereits gestern 198.000 mt US-Sojabohnen dorthin gingen. Der Wochenexport von US-Sojabohnen für 2019-20 blieb aber mit 344.900 mt unter den Handelserwartungen von 0,35 bis 1,05 Mio. mt und enthielt keine Bohnen für China. Der Wochenexport von 528.600 mt für 2020-21 lag 1 % über der Vorwoche um 8 % höher als im vierwöchigen Mittel. Um 36 % gestiegene Rohölpreise nach der Eskalation des Marktes in den letzten Tagen, sowie Ankündigungen Chinas, über weitere Zollbefreiungen für Mais nachzudenken, stützten auch den Sojamarkt. Diese würden zu einem höheren US-Maisanbau, und gleichzeitig geringeren Sojaanbau führen, hieß es. Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump der US-Marine befohlen hat, im Fall gezielter Störungen im Persischen Golf iranische Patrouillenboote zu versenken, stützte ebenfalls den schwachen Rohölkurs.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

300,00

298,00

Hamburg

340,00

324,00

300,00

297,00

Mainz

359,00

341,00

309,00

308,00

Straubing

386,00

361,00

327,00

325,00

Quelle: Handel

Brasiliens Profit bei Sojabohnen ist immens
In Brasilien könnte die Sojaernte durch die anhaltende Trockenheit etwas geringer als bisher erwartet ausfallen. Die staatliche Agentur CONAB hat ihre Prognose um 2,0 auf 122 Mio. mt nach unten gesetzt. Der brasilianische Real fällt weiterhin auf ein Rekordtief gegenüber der US-Währung, was Südamerika einen Wettbewerbsvorteil beim Export verschafft. Laut Fernando Pimentel, vom Beratungsunternehmen Agrosecurity Consultoria, erwirtschaften die Soja-Farmer Brasiliens in dieser Saison Gewinnmargen von 20 bis 25 % bei Eigenbesitz, bei Pachtung von 15 bis 20 %. Die Gewinnmargen in Südbrasilien, wo die Transportkosten viel geringer sind, lagen noch höher bei bis zu 50 %, so hoch wie selten zuvor. Brasiliens Soja-Farmer haben deshalb bereits 80 % ihrer Sojaernte, die neue Ernte 2020-21 sogar schon zu 35 % verkauft, was gut 20 % über dem Durchschnitt läge. In Argentinien könnten steigende Exportsteuern dazu führen, dass die Farmer in der kommenden Saison 20-21 weniger Soja pflanzen. Aber der Handel bezweifelt dies stark. Einzig die Logistik Südamerikas leidet unter der Covid19-Pandemie. Laut Firma NTC & Logistica ging die transportierte Fracht in Brasilien letzte Woche um 45 % zurück.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

700

665

Rapsöl FOB Hbg.

790

795

Palmöl CIF Rott. USD

520

540

Sonnenblumenöl USD FOB

720

740

Quelle: Handel

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