Sojabohnen: Brasiliens Exportlogistik gerät ins Wanken

30. März 2020 um 16:15 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der Sojabohnenmarkt ist aufgrund der Covid19-Pandemie weiter im Aufwärtstrend. Nachdem Argentinien wegen hoher Fallzahlen bei Covid19-Infizierten den Sojaexport vorübergehend einstellen muss, gerät auch Brasiliens Exportlogistik samt Vorleistungen stark ins Wanken. Brasilien und Argentinien haben ihre Grenzübergänge wegen der Covid19-Pandemie geschlossen.

In den USA stabilisierte sich der Sojamarkt auf höherem Kursniveau. US-Sojabohnen legten erneut um 0,5 % auf 8,89 USD/Bushel, US-Sojaschrot um 0,4 % und US-Sojaöl um 1,9 % zu. Preistreibend waren ohne Zweifel die Lieferbeschränkungen Argentiniens. Brasilien und Argentinien haben ihre Grenzübergänge wegen der Covid19-Pandemie geschlossen, der Warenverkehr soll frei bleiben. Die logistische Abwicklung der Sojaexporte in Argentinien und Brasilien bereitet weiterhin Probleme. Teils werden LKW daran gehindert, einzelne Provinzen zu passieren. Die Hafenarbeiter verlangen, dass die Arbeiten in den Exporthäfen für mindestens zwei Wochen ruhen sollen. In Argentinien liegen ohnehin viele Ölmühlen brach, nachdem China im Sommer 2018 hohe Strafzölle auf US-Sojabohnen erhob, was die Sojapreise in den Keller trieb und die Ölmühlen wegen fehlender Margen zu starkem Stellenabbau bewog. Zusätzlich müssen Ölmühlen dort hohe Exportsteuern auf Sojaprodukte verkraften, um gewaltige Löcher im Staatshaushalt Argentiniens zu stopfen. Dies trieb immer mehr Ölmühlen in die Insolvenz. In Argentinien waren laut Getreidebörse in Buenos Aires zuletzt 4,6 % der Sojabohnen geerntet.  Arbeitsgruppen fordern, dass Häfen in Argentinien wegen des Krankheitsdrucks geschlossen werden.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

351,00

333,00

316,00

Hamburg

366,00

350,00

326,00

316,00

Mainz

377,00

360,00

332,00

322,00

Straubing

400,00

374,00

346,00

337,00

Quelle: Handel

Brasiliens Exporte werden sich verlangsamen
Brasilianische Rohstofflieferungen verlangsamen sich, da die Logistik wegen zunehmender Fallzahlen bei Covid19-Infizierten gestört wird. Laut brasilianischem Handelsministerium soll das Land trotzdem 9,5 Mio. mt Sojabohnen im März exportieren, was 12 % über dem Vorjahr läge. Hinzu kommt, dass durch die stark gesunkene US-Ethanolerzeugung kaum mehr DDGS produziert wird, wodurch Soja zusätzlich Auftrieb erhält. Vor diesem Hintergrund schwenkt China derweil auf US-Ursprünge um. In Westeuropa wird davon ausgegangen, dass in den kommenden Wochen spürbar weniger Schiffe mit südamerikanischen Sojabohnen zur Verfügung stehen werden. Entsprechend stabil präsentiert sich der Markt mit Sojaschrot.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

710

Rapsöl FOB Hbg.

765

770

Palmöl CIF Rott. USD

620

610

Sonnenblumenöl USD FOB

680

685

Quelle: Handel

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