Sojabohnen: Brasiliens Exporte gehen zurück

15. August 2019 um 13:29 , Der AUDITOR
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CHICAGO. In den USA belasteten gute Wettermeldungen mit kühleren Temperaturen und Niederschlägen im Corn Belt den Markt. Auch der Sojacrush könnte zurückfallen. Brasilien drosselt den Sojaexport. Sojaschrot wurde wieder preiswerter.

In den USA verlor der Fronttermin in Chicago heute Morgen um 6 US-Dollar auf knapp 8,70 US-Dollar je Bushel. Sojaschrot gab auf 295,50 US-Dollar je short tons nach. Dabei sorgten Meldungen für mildere Temperaturen mit Niederschlägen im zu trockenen Osten des Corn Belts für schwächere Preistendenz. Vor dem NOPA-Crush-Bericht erwarten Analysten, dass im Juli 155,623 Millionen Bushel Sojabohnen verarbeitet werden. Die wöchentlichen Exportumsätze bei US-Sojabohnen werden vom Handel auf 50.000 bis 300.000 mt aus der alten und auf 100.000 bis 400.000 mt aus der neuen Ernte erwartet. Schätzungen zufolge sollen zudem 175.000 bis 400.000 mt Sojaschrot und 8.000 bis 32.000 mt Sojaöl exportiert werden. Die von der US-Regierung beabsichtigte Verschiebung einer möglichen Anhebung der Zollsätze auf chinesische Einfuhren bis zum 15. Dezember beruhigte den Markt.

Spannend bleibt die Entwicklung in Südamerika. Der Kursverfall beim argentinischen Peso innerhalb vier Wochen um immerhin 23,4 % seines Wertes hat Folgen. Argentiniens Inlandspreise verteuerten sich stark, zur Freude der Sojafarmer. Argentinische Sojaexporteure sind sehr wettbewerbsfähig am Markt, China soll vermehrt aus Argentinien Sojabohnen beziehen. Dies nicht zuletzt, weil Brasiliens Sojabohnenvorräte zurückgehen. Laut Daniele Siqueira, Analyst bei AgRural Consulting, werden ab September 2019 in Brasilien nur noch 15,7 Mio. mt Sojabohnen zum Versand bis zur neuen Ernte im Januar 2020 verbleiben. Bei Exporten von 7-8 Mio. mt pro Monat wären die Vorräte im November erschöpft. Jedoch fiel laut Branchendienst Oil World der Sojabohnenexport Brasiliens in der ersten Augustdekade auf 1,16 Mio. mt zurück, im Vergleich zu 2,71 Mio. mt im Vorjahreszeitraum. Auch rechnen die Experten damit, dass die Sojabohnenexporte dort bis Jahresende auf 7 bis 8 Mio. mt zurückgehen. Dagegen stiegen der Sojaschrotexport Brasiliens um 24.000 mt auf 468.000 mt, die Ausfuhr von Sojaöl fiel im gleichen Zeitraum um 54.000 mt auf 20.000 mt zurück.

In Deutschland fiel Sojaschrot LP in Hamburg für vordere Termine um 3 EUR/mt auf 281 EUR/mt zurück, in Rotterdam auf 290 EUR und in Mainz auf 294 EUR/mt EX Works Ölmühle. HP-Ware kostete um 23- 25 EUR je mt mehr. Tendenz: Fester.

 

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

8/19

9/19

10/19

11/19

Rotterdam

290,00

290,00

290,00

290,00

Hamburg

281,00

281,00

281,00

284,00

Mainz

294,00

295,00

295,00

296,00

Straubing

-

-

-

-

 

Welt-Sojabohnenernte 2019-20 (Prognose)

Welt-Sojabohnenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

100.160

123.700

Argentinien

53.000

56.000

Brasilien

123.000

117.000

China

17.000

15.900

Indien

10.900

11.500

EU-28

2.780

2.704

Welt

341.830

362.850

 

Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

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