Sojabohnen: Brasiliens Exporte laufen zur Hochform auf

24. April 2020 um 15:13 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt konnte die Vortagsgewinne nicht halten. Die Gerüchteküche über deutliche Sojakäufe Chinas, um seinen Verpflichtungen im Phase1-Deal nachzukommen, bestätigten sich nicht. Brasilien wertete innerhalb von 90 Tagen den Real gegenüber dem US-Dollar um fast 24 % ab. Brasilien dürfte im April einen Sojabohnenexport von 12 Mio. mt erreichen. China tätigt

US-Sojabohnen gaben am Nachmittag um 0,6 % auf 8,40 USD/Bushel nach. Sojaschrot fiel um 0,7 %, Sojaöl um 2,0 %. Die wöchentlichen Exportverkäufe von US-Sojabohnen beliefen sich auf 344.900 mt für alte und auf 528.600 mt für neue Ernte, was unter den Handelserwartungen blieb. In den USA kursierten Gerüchte darüber, dass China deutlich bei Sojakäufen nachlegen will, um seinen Verpflichtungen im Phase1-Deal nachzukommen.  Die beiden Käufe von 272.000 mt vorgestern und 198.000 mt zuvor konnten den US-Handel nicht überzeugen. Vielmehr belastet die starke Konkurrenz aus Brasilien den Sojamarkt. Brasiliens Handel teilte mit, dass in den ersten drei Aprilwochen über 9 Mio. mt Sojabohnen in den Export gingen. Der Handel geht davon aus, dass die Marke von 12 Mio. mt im April erreicht wird. Maßgebend ist der enorme Wettbewerbsvorteil durch die Abwertung des Real zum US-Dollar um 8,2 % in den letzten 30 Tagen und von 23,6 % innerhalb 90 Tagen. Brasilien hatte bereits im März trotz logistischer Probleme insgesamt 11,64 Mio. mt Sojabohnen für den Export verladen, was ein Plus von 28 % zum Vorjahresstand bedeutete. Jetzt haben die Brasilianer ihren Wettbewerbsvorteil noch weiter ausgebaut. Da können die USA keinesfalls mehr mithalten. China kauft in Brasilien und nur sporadisch in den USA, um bei Phase1-Deal nicht das Gesicht zu verlieren.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

-

302,00

299,00

Hamburg

339,00

324,00

301,00

297,00

Mainz

357,00

341,00

310,00

307,00

Straubing

386,00

361,00

327,00

325,00

Quelle: Handel

Brasiliens wertet gnadenlos ab
In Brasilien könnte die beendete Sojaernte durch die anhaltende Trockenheit etwas geringer als bisher erwartet ausgefallen sein. Die staatliche Agentur Conab hatte ihre Prognose um 2 auf 122 Mio. mt nach unten korrigiert. Laut Fernando Pimentel, vom Beratungsunternehmen Agrosecurity Consultoria, erwirtschaften die Soja-Farmer Brasiliens in dieser Saison Gewinnmargen von 20 bis 25 % bei Eigenbesitz, bei Pachtung von 15 bis 20 %. Die Gewinnmargen in Südbrasilien, wo die Transportkosten viel geringer sind, lagen bei bis zu 50 %, so hoch wie selten zuvor. Brasiliens Soja-Farmer haben deshalb bereits 80 % ihrer Sojaernte, die neue Ernte 2020-21 sogar zu 35 % verkauft, was 20 % über dem Durchschnitt liegt. Einzig die Logistik Südamerikas leidet unter der Covid19-Pandemie. Laut NTC & Logistica fiel die transportierte Fracht in Brasilien vergangene Woche um 45 % unter das Niveau vor Ausbruch der Pandemie zurück.

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