Sojabohnen: Brasiliens Exportboom hält an

26. Mai 2020 um 16:27 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt legte spürbar zu. China kam mit Sojaimporten aus den USA zurück, was den Kursverlauf in Chicago leicht nach oben katapultierte. Chinas Sojabohnenimporte aus Brasilien stiegen laut Zolldaten dagegen im April kräftig an. Ukrainische Exporteure erhalten beim Verkauf von Soja, Raps und Sonnenblumen, unabhängig davon, ob sie als Farmer, Händler oder Verarbeiter diese Ölsaaten exportieren, die Mehrwertsteuer zurück. Sojaschrot zog am Kassamarkt leicht nach.

US-Sojabohnen legten in Chicago am Nachmittag um 0,8 % auf 8,40 USD/Bushel gegenüber gestern zu. Sojaschrot stieg um 0,4 %, Sojaöl um 1,6 %. In den USA dürfte laut Handelseischätzung die Sojabohnenaussaat zu 70 % abgeschlossen sein, gegenüber 53 % letzte Woche und 56 % im vierjährigen Mittel, teilten US-Broker am Mittag mit. Genaue Ergebnisse liefert am Abend der Crop Progress Report. Am Nachmittag teilte das USDA den Export von 264.000 mt US-Sojabohnen nach China mit, wobei 66.000 mt auf die alte und 198.000 mt auf die neue Saison entfielen. Im Fokus stand auch die Exportentwicklung Brasiliens. Chinas Sojabohnenimporte aus Brasilien stiegen laut Zolldaten im April gegenüber dem Vorjahr um 2,6 %. Peking importierte im April 5,939 Mio. mt Sojabohnen aus Brasilien, gegenüber 5,786 Mio. mt im Vorjahr. Im März lag der Import bei 2,099 Mio. mt, so US-Broker. Die Sojaschrotverarbeitung in Argentinien war im April Corona-bedingt rückläufig gewesen. Es wurden nur 3,66 Mio. mt Sojabohnen verarbeitet, was 4,2 % Rückgang zum Vorjahr bedeutete und den Sojaschrotpreis leicht nach oben unterstützte. Berichten zufolge halten auch argentinische Bauern ihre Sojaernte derzeit zurück, weil sie eine Abwertung der argentinischen Landeswährung Peso gegenüber dem US-Dollar erwarten.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

6/20

7/20

8/20

9-10/20

Rotterdam

-

296,00

294,00

295,00

Hamburg

296,00

29100

290,00

290,00

Mainz

309,00

304,00

303,00

303,00

Straubing

328,00

323,00

322,00

322,00

Quelle: Handel

Ukraine macht geänderte Mehrwertsteuer-Regelungen rückgängig
In der Ukraine trat das Gesetz Nr. 466-VIII in Kraft, mit dem die Mehrwertsteuer-Änderungen von 2018 wieder rückgängig gemacht wurden. Jetzt erhalten ukrainische Exporteure beim Verkauf von Soja, Raps und Sonnenblumen, unabhängig davon, ob sie als Farmer, Händler oder Verarbeiter diese Ölsaaten exportieren, die Mehrwertsteuer zurück. Die bis dahin geltende Reglung sollte die Eigenverarbeitung von Ölsaaten in der Ukraine fördern, was aufgrund mangelnder Verarbeitungskapazität gar nicht realisierbar wäre. Weil diese Entscheidung zu spät fiel, haben die ukrainischen Anbauer den Sojabohnen-Anbau von 1,4 Mio. ha geplanter Fläche auf nur 1,25 Mio. ha vermindert, während im Vorjahr gut 1,6 Mio. ha, in 2018 noch 1,73 Mio. ha und 2017 noch 2,0 Mio. ha gesät wurden.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

720

Rapsöl FOB Hbg.

827

827

Palmöl CIF Rott. USD

530

537

Sonnenblumenöl USD FOB

765

762

Quelle: Handel

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
01.10.2026
DALIAN. In China ist die Produktionsprognose für Sojabohnen nicht ganz so relevant wie andere Faktoren. Es wird erwartet, dass sich die Trends in der neuen Saison gegensätzlich werden.
Ölsaaten
01.10.2026
ABUJA/NEU-DELHI. In Nigeria trifft die neue Ernte in den Handelsmärkten ein. In Indien ist die Kharif-Aussaat so quasi abgeschlossen. Chinas Sesamimporte liegen etwa auf dem Vorjahresniveau.
Ölsaaten
30.09.2026
SOFIA/KYJIW. Das Eintreffen der neuen Ernte setzt die Sonnenblumenkernpreise im bulgarischen Markt unter Druck. In der Ukraine ist die Ernte zu rund einem Drittel eingefahren. EU-Länder haben ihre Importe seit Anfang Juli um fast 80% gesteigert.
Ölsaaten
30.09.2026
OTTAWA/ASTANA. Kanadische Bauern konnten auch in diesem Jahr gute Erträge erzielen. Hohe Überhangbestände aus dem Vorjahr bilden ein zusätzliches Versorgungspolster. Die Preise für kanadische Leinsaat bleiben so günstig wie seit Jahren nicht mehr.