Sojabohnen: In Brasilien wächst Unmut über mangelnde Schutzmaßnahmen

1. April 2020 um 16:39 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Die Sojabohnenmärkt tendierten in den USA und Südamerika etwas schwächer, nachdem zwar die US-Sojaquartalsbestände um 17 % gegenüber dem Vorjahr gesunken sind, aber die US-Farmer fast 10 % mehr Sojabohnen anbauen wollen. In Argentinien schien sich die prekäre Lage wegen der Covid19-Pandemie etwas zu entspannen, die Transporte zu den Lägern und Hafenplätzen wären gesichert, hieß es. Aber in Brasilien wächst der Unmut über mangelnde Schutzmaßnahmen der Regierung. Sojaschrot bleibt für vordere Termine teuer.

Die internationalen Sojabohnenmärkte standen etwas unter Druck. Chicago verzeichnete bei US-Sojabohnen ein Minus von 0,3 % auf 8,74 USD/Bushel, US-Sojaschrot brach um 2,4 % und Sojaöl um 2,3 % ein. Wie das USDA bekannt gab, soll die Sojabohnenanbaufläche in den USA in diesem Jahr auf 83,50 Mio. Acres steigen, im Vergleich zu 76,10 Mio. Acres im Vorjahr und Analystenschätzungen von 84,70 Mio. Acres. Dies würde ein Anbauplus von 9,7 % bedeuten. Die Quartalsbestände bei Sojabohnen waren mit 2,235 Mrd. Bushel jedoch deutlich geringer als im Vorjahr von 2,727 Mrd. Bushel, Analysten waren von 2,237 Mrd. Bushel ausgegangen. Das bedeutet, geringeren US-Sojabohnenbeständen könnte eine deutlich höhere US-Sojabohnenernte im Herbst folgen, dies nach einer rekordverdächtigen Sojaernte Brasiliens. In Argentinien haben sich die anfänglichen Logistikprobleme im Zusammenhang mit der Corona-Krise wieder etwas gelegt. Demnach schreitet die Ernte normal voran und die Transporte zu den Lägern und Hafenplätzen sind gesichert. In Brasilien schien sich die Lage weiter zuzuspitzen. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagte, dass Brasiliens Wirtschaft nicht mehr Quarantänemaßnahmen auferlegt werden könnten, als bereits zur Bekämpfung des Coronavirus erfolgt wären, da Arbeitsplätze zerstört und die Armen überproportional darunter leiden würden.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

4/20

5/20

6-7/20

8-10/20

Rotterdam

-

350,00

331,00

312,00

Hamburg

363,00

349,00

321,00

310,00

Mainz

377,00

359,00

330,00

318,00

Straubing

400,00

374,00

354,00

337,00

Quelle: Handel

Sojaschrot für vordere Termine bleibt sehr teuer
In Westeuropa blieb Sojaschrot für vordere Termine mit 14 bis 16 EUR/mt Preisaufschlag weiter sehr teuer im Vergleich zu späteren Lieferterminen. In Rotterdam gab es keine Ware mehr für Termin April, ansonsten ist Sojaschrot, abgesehen von wenigen logistischen Problemen, gut verfügbar. Die lebhafte Nachfrage stößt dennoch auf ein weniger großes Angebot.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

705

705

Rapsöl FOB Hbg.

775

775

Palmöl CIF Rott. USD

635

640

Sonnenblumenöl USD FOB

690

695

Quelle: Handel

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