Sojabohnen: Brasilien stellt neuen Exportrekord auf

5. Mai 2020 um 15:21 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Am US-amerikanischen Sojabohnenmarkt herrscht weiterhin große Unsicherheit darüber, wie stark die Corona-Krise die Futtermittelnachfrage einengen wird. Die Trump-Regierung plant offenbar neue Strafzölle für China, wird das Phase1-Abkommen nur zögerlich eingehalten und macht der US-Präsident Pekings Regierung für die Ausbreitung des Corona-Virus verantwortlich.

Bei US-Sojabohnen ging es am Nachmittag in Chicago wieder leicht abwärts auf 8,32 USD/Bushel. Sojaschrot fiel um 1,3 %, Sojaöl stieg um 0,4 %. In den USA lag die Exportinspektion mit 318.000 mt deutlich unter den Handelserwartungen. Für Spannung am Markt sorgten Androhungen der Trump-Regierung, Importzölle auf chinesische Einfuhren zu erhöhen, um China für die zögerliche Einhaltung des Phase1-Abkommens und für die massive Ausbreitung des Corona-Virus außerhalb Chinas abzustrafen, hieß es aus US-Brokerkreisen. Große Unsicherheit besteht darüber, wie stark die Corona-Krise die Futtermittelnachfrage beeinträchtigen wird. Die Coronavirus-Krise wird weiterhin US-Fleischfabriken stilllegen und die Produktion verlangsamen, teilte Tyson Foods Inc mit. Dabei ist die Kapazität in den USA, Schweine zu schlachten, gegenüber der Pandemie um 50 % gesunken, berichtete Dean Banks, Präsident von Tyson. Die US-amerikanische Großhandelskette Costco Wholesale sagte, sie müsse den Verkauf von Fleischartikel bei Kunden rationieren, da sich der Lebensmittelhandel auf massive Engpässe bei der Fleischversorgung einstellen. Weniger Schlachtungen bedeuten auch niedrigere Futtermittelnachfrage, was den Sojamarkt belastet. Laut Crop Progress Report waren in den USA 23 % der Sojaaussaat abgeschlossen, was 12 % Vorsprung zum Fünf-Jahresmittel entsprach. Der US-Sojabohnen-Crush erreichte nach NOPA-Report im März 192,2 Mio. Bushel und lag damit über den Schätzungen des Handels von 191,5 Mio. Bushel, was den bisherigen Rekordwert von 188,8 Mio. Bushel übertraf.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

301,00

294,00

293,00

Hamburg

308,00

297,00

289,00

288,00

Mainz

327,00

307,00

299,00

299,00

Straubing

347,00

327,00

320,00

319,00

Quelle: Handel

Brasilien bleibt im Export die erste Wahl
Brasilien macht eindeutig das Rennen beim Sojabohnenexport. Laut US-Handel exportierte das Land im April 16,3 Mio. mt Sojabohnen und erreichte damit ein neuen Monatsrekord. Der bisherige Rekord lag im Mai 2018 bei 12,35 Mio. mt, hieß es. Der US-Handel begründete das gute Ergebnis mit starken Abwertungen des brasilianischen Reals. Bis Ende Mai könnten noch weitere 3 Mio. mt Sojabohnen in den Export gehen, meinte dazu Brasiliens Handel. In Argentinien geht die Sojabohnenernte mit gutem Tempo voran, am vergangenen Freitag war die Ernte zu 68 % geborgen. Allerdings hat das Land mit historisch niedrigen Wasserständen auf dem Parana-Fluss zu kämpfen. Transporteure versuchen daher nur Kontrakte für kleine Mengen abzuschließen. Brasilien bleibt dagegen preislich attraktiv für die meisten Destinationen.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

685

695

Rapsöl FOB Hbg.

795

795

Palmöl CIF Rott. USD

530

540

Sonnenblumenöl USD FOB

720

720

Quelle: Handel

 

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