Sojabohnen: Brasilien fürchtet kein Absatzproblem bei Soja

8. Mai 2020 um 15:55 , Der AUDITOR
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CHICAGO. Der US-amerikanische Sojabohnenmarkt tendierte leicht fester, nachdem sich die USA mit China über eine Zwischenlösung im Phase-1-Deal bis 7. August verständigen konnte. Der US-Fleischsektor zeigte zuletzt ein uneinheitliches Bild, mit höheren Schweinefleischverkäufen, aber niedrigerem Rindfleischabsatz. Brasiliens Sojabohnen-Export nach China stieg seit Jahresbeginn um 28,5 %. Experten von Cargill erwarten keine Nachfrageprobleme für brasilianische Sojabohnen.

US-Sojabohnen legten in Chicago mit 8,42 USD/Bushel um 0,8 % zu. Sojaschrot stieg um 0,2 %, Sojaöl um 1,6 %. In den USA zogen Wettervorhersagen über Kälte mit Frosteinbrüchen rund um die Great Lakes auch die Sojabohnenkurse in Chicago leicht nach oben. Bei US-Sojabohnen lag der Wochenexport für 2019-20 mit 653.100 mt um 39 % unter der Vorwoche, für 2020-21 mit 440.500 mt um 23 % unter der Vorwoche. Aber gut 287.900 mt US-Sojabohnen der alten und 210.900 mt der neuen Saison gingen nach China, was für Kursanstieg sorgte. Am Nachmittag meldete das USDA einen Sojaexport von 120.000 mt, vermutlich nach China. Diese Woche fanden Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und Chinas über die Umsetzung des Phase-1-Abkommens statt, bei denen beschlossen wurde, dass die USA vorübergehend bis 7. August 2020 die Zölle auf 146 chinesische Waren zurücknehmen, China dagegen seine Importverpflichtungen erfüllen soll, hieß es. Der US-Fleischsektor zeigte zuletzt ein uneinheitliches Bild. US-Schweinefleischverkäufe nahmen diese Woche kräftig zu und lagen 18 % über dem Vorjahreszeitraum. China kaufte auf Jahressicht bisher aber nur 60 % der Vorjahresmenge. Der Rindfleisch-Export blieb dagegen um 78 % unter der Vorjahreswoche.

Sojaschrot-Kassamarkt

Sojaschrot LP (44/7) FOB

Parität/EUR/t

5/20

6/20

7/20

8-10/20

Rotterdam

-

300,00

293,00

293,00

Hamburg

304,00

297,00

290,00

288,00

Mainz

324,00

309,00

301,00

302,00

Straubing

330,00

314,00

307,00

317,00

Quelle: Handel

Brasiliens hat Sojaexporte bis ins 2. Halbjahr 2021 gebucht
Laut brasilianischem Handelsministerium exportierte das Land von Januar bis April 2020 gut 34,5 Mio.mt Sojabohnen, wobei allein im April mit 16,3 Mio. mt Sojabohnen so viel Bohnen ausgeführt wurden, wie nie zuvor. Der Export nach China stieg um 28,5 %. Möglich machte dies die starke Abwertung beim Real, wodurch Brasilien jegliche Konkurrenz aus den USA abschütteln konnte. Brasilien habe hohe Exportlieferungen bis ins 2. Halbjahr 2021 bereits in den Büchern, sagte Paulo Souza, Leiter der brasilianischen Tochtergesellschaft von Cargill. Die Margen wären außerordentlich gestiegen. Selbst Übertragungen chinesischer Soja-Importe auf Ursprünge aus den USA in der zweiten Jahreshälfte 2020, um das Phase-1-Abkommen nicht zu gefährden, würden für Brasilien keine Bedrohung darstellen. Es wird keine Nachfrageprobleme für brasilianische Sojabohnen geben, weil dies sehr wettbewerbsfähig ist, meinte Souza. In den USA spricht derzeit vieles dafür, dass die Soja-Anbaufläche um 10 % zunehmen wird.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

680

685

Rapsöl FOB Hbg.

805

800

Palmöl CIF Rott. USD

517

527

Sonnenblumenöl USD FOB

720

715

Quelle: Handel

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