Rapssaat: Spezial zur neuen Saison

9. Juli 2020 um 07:39 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die neue Rapsernte macht unterschiedliche Fortschritte in West- und Osteuropa. Dabei werden die Karten bei Ernten und Angebot neu gemischt. Auch am Weltmarkt gibt es gravierende Änderungen. Für Westeuropa gerät ein neuer Exporteur ins Visier. Mehr dazu im Beitrag.

Dass die Rapsernte in der EU erneut klein ausfallen wird, stand lange fest.. In diesem Jahr zeichnet sich jedoch ein Prognose-Marathon mit etlicher Erntekürzungen ab. Frankreichs Analyst Tallage senkte zuletzt seine Prognose für die EU einschließlich Großbritannien auf 16,54 Mio. mt, gegenüber 16,68 Mio. mt im Vormonat. Die EU-Kommission verminderte ihre Schätzung zuletzt auf 16,5 Mio. mt, weil die Juni-Regenfälle zu spät kamen, um die Lage in westlichen und südöstlichen EU-Ländern noch zu verbessern. Ohne Großbritannien rechnet Tallage mit einer EU-Rapsernte von 15,27 Mio. mt und liegt damit noch unter der Prognose Brüssels von 15,41 Mio. mt. Wenig überraschend korrigierten die Experten von Tallage ihre EU-Importprognose für Raps auf einen Rekordwert von 6,2 Mio. mt hoch. Die EU-Kommission ging 2019-20 von Rapsimporten von 5,5 Mio. mt aus, während für die neue Saison ein Importvolumen von 6,0 Mio. mt erwartet wird. Laut Importdaten aus Brüssel schloss die EU-28 am 30. Juni bereits die alte Saison mit 6,00 Mio. mt Rapseinfuhren ab. Die Ukraine lieferte mit 2,87 Mio. mt allein 47,7 %, Kanada mit knapp 1,99 Mio. mt etwa 31,1 % und Australien mit 941.000 mt rund 15,7 % Anteil den notwendigen Importbedarf der EU. Gut 1,13 Mio. mt Rapssaat davon importierte Deutschland, die Niederlande 1,54 Mio. mt, Belgien rund 1,26 Mio. mt und Frankreich knapp 1,49 Mio. mt.

Welt-Rapssaat-Ernte in Mio. mt

 

Länder

2019/20

2020/21

Saldo

Kanada

18,60

18,70

0,54

Australien

2,30

3,20

39,13

China

13,10

13,20

0,76

Indien

7,70

7,70

0,00

EU-28

17,30

16,50

-4,62

Ukraine

3,50

4,00

14,29

Welt

68,20

70,80

3,81

Quelle:  Handel und Agrarministerien


Litauen wird für den Rapseinkauf interessanter

Mit Blick auf die neue Rapsernte fällt das Angebot in Westeuropa nahezu gleichhoch aus wie im Vorjahr. Frankreich erntet weniger, Deutschland mehr als im Vorjahr. Litauen hat seine Produktion um fast 22 % auf 837.000 mt ausgedehnt. Mit Blick auf Kanada und Australien steht besonders in Australien eine 39 % höhere Canola-Ernte in Aussicht. In der Ukraine wird trotz Trockenschäden eine mit 3,8 bis 4,0 Mio. mt um 14 % höhere Rapssaaternte erwartet. Australien kann mit 2,2 Mio. mt über 20 % mehr, Kanada vermutlich mit rund 9 Mio. mt ähnlich viel wie im Vorjahr exportieren. Die Ukraine soll mit 3,4 Mio. mt über 13 % mehr ausführen können. Von einer Knappheit bei Rapssaat kann überhaupt keine Rede sein. Für den Preisverlauf werden neben Nachfrageentwicklung besonders Währungsschwankungen eine Rolle spielen. Im Folgebeitrag werden wir die Versorgungsbilanzen durchleuchten.

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Übersicht Raps-Ernten 2020-21

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