Raps: Wettermärkte haben den Markt im Griff

8. Mai 2020 um 17:04 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps zogen leicht nach oben. Die Trockenheit in Teilen Westeuropas und in der Ukraine waren Gründe hierfür. Der ukrainische Handel ging von 14 % Ernterückgang zum Vorjahr aus, aber die teils sichtbaren Trockenschäden sind in der Ostukraine schwer zu greifen. Die Anbauflächen- und Lagerbestandschätzungen zum 31. März von StatsCan hatten wenig Einfluss auf den Markt. Die US-Rohöllagerbestände sind um weitere 4,6 Mio. Barrel gestiegen. Am Wochenende könnte Regen in Westeuropa und am Schwarzmeer die Märkte herunterkühlen.

In Winnipeg zog Canola am Nachmittag um 0,3 % auf 464,20 CAD/mt leicht nach oben. Raps legte in Paris um 0,4 % auf 372,75 EUR/mt zu. Ein kanadischer Händler sagte, dass die Anbauflächen- und Lagerbestandschätzungen zum 31. März von StatsCan wenig Einfluss auf die Preise hatten. Die Statistikbehörde prognostizierte einen Rückgang der Canola-Anbaufläche um 1,6 % auf rund 20,6 Mio. Acres. Für kanadische Sojabohnen wurde ein Anbaurückgang um 8,7 % auf 5,2 Mio. Acres prognostiziert. Der Handel stellte die Schätzungen zu den Canola-Lagerbeständen in Frage, wäre dabei die Ernte der überwinternden Feldbestände nicht berücksichtigt worden. StatsCan hatte die Canola-Lagerbestände per 31. März 2020 auf 8,925 Mio. mt geschätzt, gut 12,4 % niedriger als im Vorjahreszeitraum.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

367,00

0,00

Mosel FOB

372,00

0,00

Hamburg CIF

360,00

0,00

Neuss DDP

382,00

0,00

Hamm DDP

385,00

0,00

Mannheim DDP

384,00

0,00

Quelle: Handel

Rohöl wenig verändert
Wenig Impulse lieferte der Rohölmarkt. Die US-Rohöllagerbestände sind um weitere 4,6 Mio. Barrel gestiegen. Nach Einschätzung von Rystad Energy wird sich das globale Ungleichgewicht zwischen Rohölangebot und -nachfrage im Mai auf 13,6 Mio. Barrel/Tag halbieren. Im Juni dürfte der Überhang auf 6,1 Mio. Barrel/Tag abschmelzen. Bei Morgan Stanley rechnet man damit, dass sich die weltweite Rohölnachfrage nur langsam vom Tiefststand im April erholen wird. Auch die Lage bei Palmöl blieb flau. Laut Malaysian Palm Oil Association stieg die Produktion im April gegenüber dem Vormonat um 19,9 %. Gleichzeitig sank der Import von Pflanzenöl nach Indien, dem weltgrößten Abnehmer, im Laufe des Jahres aufgrund logistischer Probleme wegen Covid19 um 34 %. Im Fokus stand auch die Ernteentwicklung bei Raps in der Ukraine. Dort gingen die Aussaatflächen für Raps aufgrund der schlechten Wetterbedingungen im Herbst von 1,3 auf 1,1 Mio. ha zurück. Der Handel erwartet dort derzeit eine um 14 % von 3,3 Mio. mt im Vorjahr auf 2,89 Mio. mt sinkende Rapsernte.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

680

685

Rapsöl FOB Hbg.

805

800

Palmöl CIF Rott. USD

517

527

Sonnenblumenöl USD FOB

720

715

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
01.10.2026
DALIAN. In China ist die Produktionsprognose für Sojabohnen nicht ganz so relevant wie andere Faktoren. Es wird erwartet, dass sich die Trends in der neuen Saison gegensätzlich werden.
Ölsaaten
01.10.2026
ABUJA/NEU-DELHI. In Nigeria trifft die neue Ernte in den Handelsmärkten ein. In Indien ist die Kharif-Aussaat so quasi abgeschlossen. Chinas Sesamimporte liegen etwa auf dem Vorjahresniveau.
Ölsaaten
30.09.2026
SOFIA/KYJIW. Das Eintreffen der neuen Ernte setzt die Sonnenblumenkernpreise im bulgarischen Markt unter Druck. In der Ukraine ist die Ernte zu rund einem Drittel eingefahren. EU-Länder haben ihre Importe seit Anfang Juli um fast 80% gesteigert.
Ölsaaten
30.09.2026
OTTAWA/ASTANA. Kanadische Bauern konnten auch in diesem Jahr gute Erträge erzielen. Hohe Überhangbestände aus dem Vorjahr bilden ein zusätzliches Versorgungspolster. Die Preise für kanadische Leinsaat bleiben so günstig wie seit Jahren nicht mehr.