Raps: Wettermärkte drehen an der Preisschraube

26. Mai 2020 um 17:06 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps entwickelten sich leicht konträr, mit Kursverlusten in Winnipeg und Kursgewinnen in Paris. In Kanada blieb die Aufholjagd der verspäteten Canola-Saat spannend. Kanadas Handel äußert Zweifel darüber, dass die Aussaatfläche von 20,6 Mio. Acres noch umzusetzen wäre. In Westeuropa dürfte der Regen die Rapserträge stabilisiert haben. Die Ukraine bleibt wegen Mehrwertsteuer-Regelung und kleinerer Anbaufläche im Fokus.

Canola sank am Nachmittag in Winnipeg um 0,2 % auf 461,60 CAD/mt gegenüber gestern. Raps legte in Paris um 0,4 % auf 375,50 EUR/mt zu. In Kanada blieb die Aufholjagd der verspäteten Canola-Saat spannend, mit Fortschritten in östlichen Prärien, regenbedingten Verzögerungen in der Provinz Alberta. Agriculture and Agri-Food Canada (AAFC) korrigierte seine Prognose nochmals zur Bestandsentwicklung 2019-20 um 600.000 mt auf 2,6 Mio. mt zurück. Für 2020-21 erwartet der AAFC, dass die Canola-Lagerbestände auf 2,3 Mio. mt sinken werden. Der kanadische Handel rechnetet sogar mit Lagerbeständen unter 2,0 Mio. mt, da weniger Canola noch im Saat-Zeitfenster gedrillt werden könnte. Statistics Canada prognostizierte eine Aussaatfläche von 20,6 Mio. Acres, was kaum mehr umzusetzen wäre und daher zu geringeren Lagerbeständen führen dürfte. Druck kam vom Palmölmarkt, wobei der Augustkontrakt um 40 auf 2.167 Ringgit/mt einbrach. Indische Ölhersteller verlange eine Erhöhung der Importzölle auf Pflanzenöle, um die heimische Produktion anzukurbeln. Im vergangenen Jahr summierten sich die Importe auf 23 Mio. mt, gut 70 % des inländischen Verbrauchs Indiens. In Westeuropa dürfte der Regen die Rapserträge stabilisiert haben.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

371,00

-1,00

Mosel FOB

376,00

-1,00

Hamburg CIF

375,00

3,00

Neuss DDP

381,00

2,00

Hamm DDP

392,00

0,00

Mannheim DDP

386,00

0,00

Quelle: Handel

Ukraine bleibt wegen Mehrwertsteuer-Regelung und kleinerer Anbaufläche im Fokus
In der Ukraine trat das Gesetz Nr. 466-VIII in Kraft, mit dem die Mehrwertsteuer-Änderungen von 2018 wieder rückgängig gemacht wurden. Jetzt erhalten ukrainische Exporteure beim Verkauf von Soja, Raps und Sonnenblumen, unabhängig davon, ob sie als Farmer, Händler oder Verarbeiter diese Ölsaaten exportieren, die Mehrwertsteuer zurück. Die bis dahin geltende Reglung sollte die Eigenverarbeitung von Ölsaaten in der Ukraine fördern, was aufgrund mangelnder Verarbeitungskapazität gar nicht realisierbar wäre. 2019 produzierte die Ukraine auf 1,3 Mio. ha rund 3,3 Mio. mt Raps, wovon 2,867 Mio. mt in die EU gingen. 2020 geht die Regierung in Kiew von nur 966.000 ha aus, weil 125.000 ha wegen Trockenheit ausfielen. Bei Durchschnittserträgen von 2,5 bis 2,6 mt/ha kann daraus nur eine Ernte von 2,4 bis 2,5 Mio. mt erwachsen, das wäre 800.000 bis 900.000 mt niedriger als im Vorjahr. Dies bedeutet, dass die Ukraine höchstens 1,9 bis 2 Mio. mt Raps exportieren kann.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

720

720

Rapsöl FOB Hbg.

827

827

Palmöl CIF Rott. USD

530

537

Sonnenblumenöl USD FOB

765

762

Quelle: Handel

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
18.08.2026
WASHINGTON, D.C./KYJIW. Mit dem aktuellen WASDE-Report hält das USDA an seinen positiven Ernteprognosen für die Saison 2026/2027 fest. Marktteilnehmern zufolge könnte es im Sonnenblumenölmarkt zu Verschiebungen kommen. EU-Länder verzeichneten zwischen Juli und Mitte August wieder hohe Importe aus Argentinien.
Nüsse
17.08.2026
NEU-DELHI/REUS. Der indische Erdnussmarkt steht nach den jüngsten Preisrückgängen und angesichts höherer Ernteerwartungen unter Druck. Der INC hat neue Schätzungen für die globale Erdnussproduktion 2026/27 bekanntgegeben.
Ölsaaten
13.08.2026
NEU-DELHI/SEOUL. Die Sesampreise sind zuletzt deutlich gefallen, während die Importe nach China und Südkorea sanken. In Indien verlagert sich der Anbau zwischen den Regionen.
Öle
12.08.2026
ANKARA. Vertreter der türkischen Branche sind empört über den zusätzlichen Einfuhrzoll, der in den USA auf Olivenöl erhoben wird. Die Produktion und der Export stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Preise sind zudem unverhältnismäßig hoch.