Raps: Wieder mehr Verkehr treibt Biodiesel-Nachfrage

8. Juni 2020 um 16:58 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps tendierten fester, nachdem die Preise für Rohöl und Palmöl zugelegt haben. Auch erwartet der Handel eine wieder ansteigende Biodiesel-Nachfrage, nachdem der Verkehrsfluss in Deutschland und in Westeuropa durch Lockerungen beim Lockdown wieder zugenommen hat. Bei den Preisvorstellungen für Raps zur neuen Ernte sind Ölmühlen-Industrie und Erzeuger noch weit auseinander. Aber der Preisabstand verkürzt sich.

Canola stieg am Nachmittag in Winnipeg um 0,7 % auf 468,20 CAD/mt gegenüber letztem Freitag. Raps legte in Paris mit 377,50 EUR/mt um 1,0 % zu. Die Nachrichtenlage in Kanada blieb abgesehen von der verzögerten Canola-Ausssat, die in Saskatchewan zu 96 %, in Alberta zu 93 % und in Manitoba zu 88 % abgeschlossen war, sehr überschaubar. Die Wetterprognosen für die kanadischen Prärien blieben regnerisch, was bedeuten dürfte, dass die Farmer nicht im vollen Umfang die geplante Aussaatfläche mit Canola bestellen dürften. Dabei erhielt die Ölsaat etwas Unterstützung vom Roh- und Palmöl sowie auch vom Sojaöl. Der Palmölkurs stieg beim August-Kontrakt um 22 auf 2.348 Ringgit, was mit Währungsschwankungen einherging. Auch die Rohölsorte WTI stieg am Morgen um 6,3 % auf 40,0 USD/Barrel und Brent um 6,6 % auf 43,0 USD/Barrel. Die OPEC-Plus Gruppe hat unter Führung von Saudi-Arabien und Russland am Samstag die Verlängerung der derzeitigen Förder­begren­zung von minus 9,7 Mio. Barrel um einen Monat beschlossen. Jedoch hat die OPEC die Verpflichtung von der Einhaltung anderer Länder, wie insbesondere dem Irak, der sich überhaupt nach an die Drosselung hielt, abhängig gemacht. Auch Nigeria und Kasachstan haben sich nicht an die Kürzungen gehalten.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

364,00

2,00

Mosel FOB

375,00

2,00

Hamburg CIF

370,00

0,00

Neuss DDP

387,00

5,00

Hamm DDP

392,00

2,00

Mannheim DDP

383,00

-1,00

Quelle: Handel

Erzeuger verlangen mindestens 400 EUR/mt ex Ernte
In Westeuropa hat das Verkehrsaufkommen wieder deutlich zugenommen, so dass auch in den kommenden Wochen die Biodieselnachfrage wieder anziehen dürfte. Besonders mit Blick auf die Urlaubssaison, wobei mehr Deutsche im Inland verreisen werden, dürfte sich der Reiseverkehr deutlich bei der Nachfrage nach Kraftstoffen bemerkbar machen. Wie zu hören ist, sind die Rapserzeuger mit den gebotenen Preisen am Niederrhein um 382 bis 387 EUR/mt ex Ernte unzufrieden, weil sie wegen der geringen EU-Rapsernte höhere Preise von wenigstens 400 EUR/mt franko Niederrhein erwarten. Druck gab es auch weiterhin vom Rapsschrot, das auf ein Niveau von 206 bis 209 EUR/mt EXW Niederrhein und Hamburg nachgab. Laut Handel fehlt die Nachfrage der Mischfutterhersteller, die sich im März und April, als sich Covid-19-Pandemie in Deutschland ausbreitete, mit Mischfutterkomponenten bevorratet hatten.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

735

730

Rapsöl FOB Hbg.

836

834

Palmöl CIF Rott. USD

597

585

Sonnenblumenöl USD FOB

800

800

Quelle: Handel

 

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