Raps: Ukraine wird 25 % weniger ernten

20. Mai 2020 um 17:17 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Die Märkte für Canola und Raps konnten sich leicht stabilisieren. In Kanada unterstützten bessere Wetterbedingungen den Saat-Fortgang bei Canola. Für leichten Auftrieb sorgte auch Palmöl. Kursunterstützung kam nur bedingt vom Rohölmarkt. Laut Voraus-Kalkulation von Bloomberg dürfte die Corona-Pandemie weltweit ein Loch von 1,7 Mrd. Barrel oder 800 Supertanker bei der Ölnachfrage erzeugen. Die Regierung in Kiew geht von nur 966.000 ha Rapsfläche aus, weil 125.000 ha wegen Trockenheit umgepflügt werden mussten.

Canola konnte am Nachmittag in Winnipeg den Kursstand leicht auf 473,40 CAD/mt ausbauen. Auch Raps legte in Paris auf 375 EUR/mt zu. In Kanada ermöglichten bessere Wetterbedingungen den Farmer, in Manitoba und Saskatchewan bei der Aussaat gute Fortschritte zu erzielen. Regen in Alberta behinderte dagegen die Aussaat. Für leichten Auftrieb sorgte auch Palmöl, wobei der Augustkontrakt um 23 auf 2.182 Ringgit weiter zulegte. Der Kursanstieg hing mit der Entscheidung der indonesischen Regierung zusammen, gut 187 Mio US-Dollar zur Unterstützung des B30-Programms bereitzustellen. Dadurch soll der Kostenunterschied zwischen Dieselkraftstoff (Gasöl) und Palmöl kompensiert werden. Zur Finanzierung änderte Indonesiens Regierung die Biodieselabgabe, indem es diese für Rohöl und raffinierte Produkte um 5 USD/t anhob. Kursunterstützung für Canola-Öl kam bedingt vom Rohölmarkt, wobei Brent am Morgen 1,2 % fiel und WTI um 0,6 % zulegte. Laut einer Voraus-Kalkulation von Bloomberg dürfte die Corona-Pandemie weltweit ein Loch von 1,7 Mrd. Barrel bei der Ölnachfrage erzeugen. Das entspräche der Ladungsmenge von 800 Supertanker, hieß es bei Rohölhandel.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

371,00

0,00

Mosel FOB

376,00

0,00

Hamburg CIF

374,00

2,00

Neuss DDP

381,00

3,00

Hamm DDP

390,00

4,00

Mannheim DDP

381,00

3,00

Quelle: Handel

Anbaufläche in der Ukraine fiel um 25,7 % zurück  
Auch in Westeuropa ist die Biodieselnachfrage für Termine ab August aufgrund der Lockerung beim Lockdown wieder angesprungen. Gleichzeitig stellt die EU-Kommission eine Rapsernte 2020 in Aussicht, die zwar größer als im vergangenen Jahr ausfallen dürfte, aber trotzdem unterdurchschnittlich bleibt. Das schürt die Sorge um die Rohstoffverfügbarkeit ab August. Wichtigste Ursprungsland für Rapsimporte (NON-GMO) in die EU ist die Ukraine. Im letzten Jahr produzierte die Ukraine auf 1,3 Mio. ha rund 3,3 Mio. mt Raps, wovon 2,867 Mio. mt in die EU gingen. In dieser Saison geht die Regierung in Kiew von nur 966.000 ha aus, weil 125.000 ha wegen Trockenheit umgepflügt werden mussten. Bei Durchschnittserträgen von 2,5 bis 2,6 t/ha wie etwa im Vorjahr kann daraus nur eine Ernte von 2,4 bis 2,5 Mio. mt erwachsen, das wäre 800.000 bis 900.000 mt niedriger als im Vorjahr. EU-Importeure müssen sich darauf einstellen, aus der Ukraine höchstens 1,9 bis 2 Mio. mt Raps beziehen zu können. Australischer Canola wird daher für den Import ab 2021 für die westeuropäische Ölmühlen-Industrie wichtig.

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