Raps: Spekulationen um ukrainische Ernte

7. April 2020 um 16:36 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Bei den Märkten für Canola und Raps dreht sich weiterhin alles ums Öl und die Entwicklung der Biodieselnachfrage. Die ist wegen der geringen Kraftstoffnachfrage in Westeuropa und aller Welt stark eingebrochen. Folglich besteht weniger Nachfrage nach Raps oder Canola zur Biodieselherstellung. Dies belastet den Rapsmarkt in der EU stärker als das geschrumpfte Rapsangebot. Doch neue Marktimpulse könnte es aus der Ukraine geben.

Die Märkte für Canola und Raps legten im Handelsverlauf spürbar zu. In Paris verzeichnete Raps am Nachmittag ein Plus von 3 Euro auf 371 EUR/mt, in Winnipeg Canola von 2,30 Kanadischen Dolllar auf 464,90 CAD/mt.  Gestützt wurde der Markt durch Spekulationen am Rohölmarkt, erwartete der Handel, dass sich Russland, Saudi-Arabien und die USA am Donnerstag auf einen um 10 bis 15 Prozent verringerten Rohöl-Ausstoß einigen werden. Falls nicht, geht es beim Rohöl sofort wieder bergab. Viel zu wenig, meinte die International Energy Agency (IEA) in Paris. Der Nachfragerückgang wäre derart massiv, dass sämtliche Rohölexportländer in nie gekanntem Umfang drosseln müssten, was kaum kontrollierbar würde. Es bleibt also spannend.

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

366,00

3,00

Mosel FOB

37100

3,00

Hamburg CIF

-

-

Neuss DDP

378,00

3,00

Hamm DDP

381,00

4,00

Mannheim DDP

378,00

3,00

Quelle: Handel

Biodiesel-Nachfrage bricht stark ein
Am EU-Rapsmarkt dominiert gerade der rückläufige Biodieselverbrauch die Preisentwicklung stark. Laut Handel könnte die Biokraftstofferzeugung in der EU in 2020 um 1,3 Mio. mt auf 13,2 Mio. mt sinken und würde damit um 1,6 Mio. mt unter der von 2019 liegen. Selbst ein leichter Preisanstieg beim Rohöl dürfte den Rapspreis nicht unterstützen, weil mit geringerem Rohöl-Ausstoß auch der Verbrauch von Biodiesel sinkt. Auf einem anderen Blatt steht dagegen die Entwicklung der Rapsernten in Europa. Frankreichs Analyst Tallage ging zuletzt von einer EU-Rapsernte von 17,59 Mio t aus, gut 460.000 t niedriger als im März. Noch gab es keine offiziellen Ernteschätzungen über die Rapsernte in der Ukraine, die aber laut Getreidehandelsverband dort wegen Trockenheit auf 2,1 bis 2,2 Mio. mt zurückfallen könnte, nach 3,15 Mio. mt im Vorjahr. Dies wären ein Drittel weniger als im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund legte Raps in Frankreich am Kassamarkt um 3 EUR/mt und bei uns am Niederrhein bis zu 4 EUR/mt zu.

Pflanzenöl-Kassamarkt

Pflanzenöl Kassamarkt (EUR/mt) 

Parität

Heute

Vortag

Sojaöl FOB Hbg.

695

695

Rapsöl FOB Hbg.

784

772

Palmöl CIF Rott. USD

610

610

Sonnenblumenöl USD FOB

700

685

Quelle: Handel

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