Raps: Setzt China bald Zölle auf Pflanzenöl aus?

12. August 2019 um 13:24 , Der AUDITOR
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HAMBURG. Der Canola- und Rapsmarkt drehte nach spürbarem Anstieg bis Ende letzter Woche wieder leicht ins Minus, was mit Gewinnmitnahmen an den Terminbörsen, aber zugleich auch mit leichtem Rückgang beim US-Dollar zusammenhing. China kauft mehr Palmöl, was auch Soja- und Rapsöl befestigte.

Dabei verlor Canola heute Vormittag beim Fronttermin um 1 auf 453 kanadische Dollar, Raps sank um 0,75 auf 373,50 EUR/mt. Der kanadische Handel machte Preisanhebungen bei Palm-, Soja- und Rapsöl für festere Canolapreise verantwortlich. China habe derzeit ein Defizit in der Versorgung von Pflanzenölen, weil die geringere Sojaverarbeitung weniger Öl hinterlasse. Folglich kauft China mehr Palmöl aus Indonesien und Malaysia, wodurch die Preise anstiegen. China würde auch mehr Canola-Öl kaufen, wenn nicht der Streit über die Huawei-Krise bestände. Laut kanadischem Handel denkt Chinas Regierung über eine Aufhebung von Zöllen für Pflanzenöl nach. Dies würde zu einer starken Nachfrage auch bei Rapsöl führen. Ob der Super-Taifun „Nepartak“ Auswirkungen auf die Palmölproduktion haben wird, ist noch unklar.

In Westeuropa legte Raps am Kassamarkt um gut 1 EUR/mt zu. In Frankreich wurden heute Vormittag Rapspreise von 372 EUR/mt FOB Rouen und 377 EUR/mt FOB Mosel mitgeteilt. Am Nieder- und Oberrhein stieg Raps für vordere Termine bei 379 EUR/mt FRANKO Mannheim, gut 381 EUR/mt FRANKO Neuss und 383 EUR/mt FRANKO Hamm. Für Termin Oktober-Dezember wurden 386 EUR/mt FRANKO Niederrhein genannt. Rapsextraktionsschrot wurde heute zu Preisen um 198 EUR/mt Ex Works Mannheim, gut 199 EUR/mt ab Hamm, rund 192 EUR/mt ab Rostock und Magdeburg sowie 195 EUR/mt Ex Works Salzgitter für vordere Termin angeboten. Mit Blick auf die kommende Rapsaussaat erwartet der Handel keine wesentlichen Veränderungen, wollen immer mehr Landwirte ihre Rapsanbaufläche zurückfahren. 

Die ukrainische Rapsernte soll laut Agrarministerium nur 3,05 Mio. mt erreichen, gegenüber früheren Prognosen von 3,9 Mio. mt und im Vergleich zu 2,9 Mio. mt im Vorjahr. Der Exportpreis für ukrainischen Raps lag zuletzt bei 348,33 EUR/mt CPT Schwarzmeer. Der ukrainische Handel erwartet einen Preisanstieg auf 392 bis 394 US-Dollar.

 

Raps-Kassamarkt (Fronttermin)

Raps 00 (40/9/2) FOB 

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen

372,00

1,00

Mosel

377,00

0,00

Hamburg

378,00

0,00

Neuss/Hamm

383,00

1,00

Mannheim

379,00

1,00

 

 

 

 

 

EU-Rapsernte 2019-20 (Prognose)

EU-Rapssamenernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

3.460

4.950

Deutschland

2.975

3.671

VK

1.716

2.051

Polen

2.804

2.603

Litauen

660

433

Tschechien

1.240

1.411

Ungarn

860

1.000

Rumänien

715

1.600

Bulgarien

392

452

EU-28

17.260

20.370


Quelle: USDA, EU-Kommission u. a.

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